BLACK MAP – …And We Explode

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Wer bei BLACK MAP auf einen Dredg-ähnlichen Sound gehofft hatte, der wird mit der Veröffentlichung des Debütalbums „…And We Explode“ wohl etwas enttäuscht sein. Zwar handelt es sich bei Bandmitglied Mark Engels um den Gitarristen von Dredg, doch orientiert sich der Sound der Band eher an Far, aus der sich Black-Maps-Schlagzeuger Chris Robyn rekrutieren ließ. Nach der ernüchternden Talfahrt des letzten Dredg-Albums ist das wohl auch gut so. Komplettiert wird das Trio durch Sänger Ben Flanagan von The Trophy Fires, der schon bei der letzten Dredg-Tour als zusätzlicher Gitarrist mit aushalf. Die drei kannten sich schon lange vor ihren gemeinsamen Bandplänen und sind auf einander eingespielte Freunde. Das kann man dem Album zweifelsohne anhören.

Beginnt „Code“, der Opener von „…And We Explode“, noch leicht dronig, schlägt dieser schon nach 20 Sekunden um und setzt die Agenda für den Rest der Spielzeit fest: Geradliniger Alternative Rock mit zuweilen etwas Prog-, Metal- und Emoeinschlag, wie er so auch 1995 hätte geschrieben sein können. Geradlinig ist hierbei im positiven Sinne zu verstehen. Das Album hat einen durchgängigen Drive wie ihn die wenigsten Bands ähnlicher Gangart hinbekommen. Jedoch erfinden Black Map mit „…And We Explode“ das Rad sicher nicht neu, und ab und zu hat das Album auch seine Längen. Da sich dieses aber nicht häuft, sei ihnen das verziehen. Zudem halten die Melodiebögen von Flanagan, die auch gerne mal in härtere Gefilde abdriften und an manchen Stellen sogar an Postcore reichen, das Album zusammen wie Bauzement.

Für den Album übergreifenden Zusammenhalt wird auch textlich auf viel Gewichtung gelegt. Ein übergeordnetes Konzept wirkt als Bindeglied und lässt die Band in die Abgründe der menschlichen Psyche absinken. Wie reagieren verschiedene Individuen, wenn sie sich mit Kontrollverlust konfrontiert sehen? Dieses Konzept wird je nach Song ganz unterschiedlich verarbeitet. In „Code“ passt sich der Protagonist einer fragwürdigen Herrschaft an und verstellt sich. In „Stranger“ hingegen ergibt er sich nicht den Gegebenheiten und widersetzt sich einem System, das er für im Zerfall befindlich hält.

Dazu kommen Songs wie „Gemini“ oder „Ropes“, die durch ihre Zielstrebigkeit bestechen. Mit energetischem Schlagzeug und Metalgitarren scheinen sie unaufhaltsam nach vorne zu drücken und dabei sämtliche Blockaden einreißen zu wollen. Nur selten kommt es zu einem gelegentlichen Innehalten, wobei Flanagan für einen kurzen Moment die Gelegenheit geboten wird durchzuatmen, um dann im Akkord melodisch weiterzuschreien. Diese Songs sind symptomatisch für das Album. Aber auch cleaner und harmonischer Gesang kommt nicht zu kurz. Besonders auffällig wird das im Abschlusssong „And We Explode Pt 2“ in dem sich Flanagan durch verhallte Klangwelten singt und dabei schon fast an einen Chino Moreno erinnert. Das dürfte wohl auch kein Zufall sein, stammt der doch auch aus Sacramento und dem Dunstkreis der Jungs von Black Map.

„…And We Explode“ erschien auf Minus Head Records aus San Francisco, für eine Band bestehend aus Mitgliedern von Far und Dredg, ein vergleichsweises kleines Label. Man sollte meinen, Musiker mit solch einer Reputation könnten spielend leicht auf einem Majorlabel veröffentlichen. Könnten sie auch. Die Entscheidung für Minus Head Records, einem bodenständigen Label aus der mehr oder weniger unmittelbaren Nachbarschaft, war eine bewusste Entscheidung und unterstreicht die Attitüde der Band. Ihnen ist Freundschaft und das Miteinander wichtiger als ein schneller Erfolg. Auch hier zeigt sich erneut eine gewisse Geradlinigkeit. Womöglich ist diese den Erfahrungen und Zerwürfnissen geschuldet, die Engels und Co. in ihren anderen Bands erlebt haben.

Fans von Far und vergleichbaren Bands kommen an einem Kauf von „…And We Explode“ wohl nicht vorbei. Für alle anderen ist Black Map kein Muss, aber allemal eine Bereicherung für die heimische Musiksammlung.

BLACK MAP
…And We Explode
(Minus Head Records)
VÖ: 27.10.2014

www.blackmapmusic.com

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