Boypiep – Burrow

Der einstige Lofi-HipHopper BOYPIEP veröffentlicht sein erstes Indiepop-Album. Die frühere PIEP-LP Her setzte vor sechs Jahren noch auf Jazzhop, doch ähnlich wie etwa COLDBREW hat SEAN PIEPMEIER aus Connecticut inzwischen zur E-Gitarre gegriffen. Das zeigte sich schon auf den EPs Some Cheesy Love Songs (2021) und Better Than This (2022).

Doch wer denkt, dass jetzt Rock auf einen zukommt, der irrt. Warme Dreampop-Wellen spülen im Introtrack „Start“ auf den Hörer zu und mit sich davon. Hier wird geträumt. Mit „Corona On The Plain“ erinnert sich der Herr offenbar an die Zeit, als er in der Quarantäne NIRVANA hörte. Kaum verstehbar ist sein ins Mikro gehauchter Gesang, während die Gitarren zart und ruhig dahindängeln.

„I Will Give My Love“ ist ein klassischer, schnörkelloser Indiepop. Dem wird in „July“ ein Lofi-Pop mit verzerrter Stimme und verschrobenen Gitarren entgegengestellt. Hier gibt es tatsächlich auch mal ein paar Beats. „Smoke And Overhead Lights“ geht sogar noch weiter hinein in die Lounge-Mucke. Das ist Internetmucke zum Chillen.

„Without Me“ ist eine leichte Erinnerung an die Lofi-HipHop-Zeiten, wobei Beats und Gesang hier einen richtigen Song formen. Natürlich geht es inhaltlich um Trennung und Individualismus. „You Ain’t Gonna Change“ verbreitet sogar beatlastig und mit Gitarrensolo 80s-Vibes.

Bands wie DREAM, IVORY haben vorgemacht, dass man mit entspanntem Indiepop in die Internet-Charts kommen kann. Davon ist Boypiep noch weit entfernt. Zu unaufgeregt, ja uninteressant laufen seine Titel ab. Hier braucht es noch Zeit, ordentliche Melodien zu entwickeln und mit Charakter zu verzaubern.

 

Boypiep
Burrow
(Selbstvertrieb)
VÖ: 10.04.26

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