Comfort Food made in Germany | JÓMO

Foto: JÓMO

In der in diesen Tagen noch wunderbar grünen Rykestraße in Prenzlauer Berg, Berlin sorgt das JÓMO seit mittlerweile rund zwei Jahren für gesunden Spaß am Verpassen – nicht zuletzt, weil man schließlich nicht alle der geradeaus gedachten und gemachten Comfort-Food-Dishes an einem Abend essen kann. Wir haben uns durch den erfreulich großen vegetarischen Teil der Karte probiert und im Anschluss Mitbetreiber VITALI MÜLLER ein paar Fragen gestellt …

Ihr seid zum ersten Mal auf Popmonitor vertreten: Erzähl doch bitte ein paar Takte zu eurem gastronomischen Konzept!

Gern. JÓMO steht für „Joy of Missing Out“ – bei uns muss niemand Angst haben, woanders etwas zu verpassen. Im Gegenteil: Wir wünschen uns, dass unsere Gäste ganz bewusst hier sind, genau da, wo sie sein wollen, um mit den richtigen Leuten gut zu essen und zu trinken. Vom Format her sind wir ein modernes Restaurant, ein bisschen im Bistro Style, mit viel Leichtigkeit. Wir mischen den Pariser Lifestyle mit der Präzision, für die Kopenhagen gefeiert wird. Was wir nicht wollten: einen Nachbarschaftstreff, in dem das Essen Nebensache ist – aber auch keinen Fine-Dining-Tempel mit viel Bohei. Uns geht es um besten Geschmack, unkompliziert. In der Küche arbeiten wir mit exzellenten Produkten, international inspiriert und mutig, aber immer klar. Fisch und Meeresfrüchte gibt es bei uns auf einem Niveau, das man sonst eher in der Spitzengastronomie findet – Austern, Crudo, Jakobsmuscheln. Genauso wichtig sind uns Dry Aged Beef Ribs, Rindertartar, Rib-Eye am Knochen, gegrillter Kohl oder Pasta mit Trüffel. Das Produkt steht im Mittelpunkt, moderne Techniken holen die Essenz heraus – ohne künstliches Beiwerk. Bei den Weinen ist die Karte zweigeteilt: JOY für Vertrautes, MORE für Entdeckungen kleiner Produzent*innen, fast alles auch glasweise. Dazu Dinner an sieben Tagen die Woche und Brunch am Wochenende.

Woher bezieht ihr eure Zutaten?

Im Bereich Food sind unsere engen Partner und Lieferanten u.A. SALTZ, Havelland Express, Terra Naturkost, aber auch Hamberger, als Großmarkt. Durch diesen Mix können wir exzellente Produkte beziehen und kombinieren, gleichzeitig flexibel bleiben und die Verkaufspreise, mit scharfer Kalkulation, für die Gäste angenehm und fair gestalten.
Unsere Weinlieferanten sind fast alle in Berlin. SUFF, Edel & Faul, Sublime Wine, Viniculture. Für uns sind langfristige und beständige Partnerschaften essentiell. Gerade in unserer Branche funktioniert vieles besser, wenn man sich kennt und aufeinander verlassen kann.

Vitali, wie sieht dein persönlicher gastronomischer Hintergrund aus? 12 Seasons und Neumond haben wir noch in guter Erinnerung …

Mein Weg in die Gastronomie war tatsächlich nicht unbedingt geplant. Es war damals eine sehr spontane Entscheidung, das Neumond zu übernehmen. Damit fing alles an. Nach ein paar Jahren haben wir das Konzept “etwas” geändert, uns komplett re-branded und daraus wurde, mitten in der Pandemie, das 12 Seasons. Ein sehr ambitioniertes Fine Dining Projekt, mit monatlich wechselnden Menü, Weinbegleitung etc., aber auch mit monatlichen Küchenpartys. Ich komme ursprünglich aus dem Tourismus, was aber auch nicht weit von der Gastronomie entfernt ist. Und in der Gastronomie habe ich endlich meine echte Leidenschaft entdeckt. Seit rund fünf Jahren bin ich außerdem sehr aktiv beim DEHOGA Berlin und setze mich dort intensiv für die Gastronomie- und Hotelbranche ein. Dadurch habe ich die Branche noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennengelernt – nicht nur als Gastronom, sondern auch als jemand, der sich für die Rahmenbedingungen und die Zukunft unserer Branche einsetzt. JÓMO ist inzwischen das dritte gastronomische Projekt, an dem ich mitwirken darf. Und ich glaube, aus all diesen Erfahrungen ist ziemlich gut entstanden, was JÓMO heute ist.

Schön ist, dass sich auch viele vegetarische Gerichte auf der Karte finden. Welches ist dein persönliches Highlight? Die Rote Bete, auf dem Papier fast unscheinbar, ist womöglich die Beste von Berlin …

Rote Bete, ist definitiv ein Highlight, aber ich könnte auch jeden Tage unsere Agnolotti mit Kartoffelfüllung und Comte-Sauce essen, oder den veganen Gegrillten Kohl mit Tzatziki und XO-Sauce. Ich habe da ehrlich gesagt ein kleines Luxusproblem. (haha) LECKER!

Wie oft aktualisiert ihr die Karte bzw. was sind die Pläne dafür? Im 12 Seasons war der regelmäßige Wechsel ja Konzept …

Im 12 Seasons war das der feste Bestand des Konzeptes. Im JÓMO herrscht eine andere Beständigkeit. Einige und nicht wenige Gerichte haben wir seit dem ersten Tag und sie haben sich zu sogenannten Signatures entwickelt. Ich glaube, wenn wir ein paar davon von der Karte nehmen, würden uns einige Gäste killen (haha) Wir erweitern die Karte immer wieder, machen aber auch einige Positionen runter und spielen natürlich mit der Saisonalität.

Spannend fanden wir auch die Weinkarte – ein griechischer Rotwein außerhalb von griechischen Restaurants ist uns schon lange nicht begegnet. Habt ihr die Karte mit Blick auf mögliche Pairings zusammengestellt oder kommen hier vor allem persönliche Lieblinge zusammen?

Wir arbeiten sehr eng mit Petro Zakharov. Er ist ein äußerst talentierter junger Sommelier, lebt in Italien und begleitet uns von Anfang an. Wir haben zusammen wirklich unvorstellbar viele Weine probiert, bevor die erste Weinkarte stand. Und tatsächlich sind einige Positionen bis heute darauf und werden uns wahrscheinlich noch sehr lange begleiten. Die Karte ist in JOY für Vertrautes und MORE für Neu-Entdeckungen unterteilt. Alle Weine haben unseren eigenen Namen, den wir meist zusammen mit dem ganzen Team und Petro uns zusammen ausdenken. Das gibt dem Gast die erste Idee, wie der Wein schmecken könnte. Sehr wichtig für uns ist, dass wir möglichst mit kleinen Produzent*innen zusammenarbeiten, die, wie auch wir, das Handwerk lieben und schätzen. Und wir wollen Wein zugänglich machen. Deshalb gibt es fast alle Weine auch glasweise.

Jómo
Rykestraße 14 | 10405 Berlin

www.jomo.berlin

Foto: JÓMO

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