Lambert – Sweet Apocalypse

Kürzlich erschien mit Sweet Apocalypse das jüngste Album des Pianisten LAMBERT. Jedes Stück Musik gehört dabei zu einem Bild der Künstlerin MOKI. Die meisten der Namen für die Kompositionen, die der Hamburger hier exklusiv für Popmonitor kommentiert, wurden von ihr ausgewählt…

SWEET APOCALYPSE

Der Titel Song des Albums widmet sich der Frage ob in der Apokalypse ein süßer Kern erhofft wird. Postapokalyptische Filme, die ich schon immer mit Begeisterung gesehen habe, beschreiben oftmals ein kleines, gut funktionierendes soziales System, das von außen bedroht wird. Innerhalb dieses Microsystems kennen sich die Menschen sehr gut und kümmern sich umeinander (ein aktuelles Beispiel dafür wäre die Serie“ Walking Dead“). Vielmehr als heutzutage es Nachbarn in Neuköllner Mietshäusern tun. Denkt man an die Apokalypse so scheint es eine Wechselwirkung zwischen Angst und Hoffnung zu geben. Das finde ich interessant. Ich habe Moki davon erst einen Entwurf geschickt, eine reine Klavierversion und mich mit ihr über die Filme „The Road“ und „Mad Max – Fury Road“ unterhalten. Diese beiden Werke haben sie ziemlich direkt inspiriert und ich bekam diese bedrohlich wirkenden Wolken zurück, die ich dann wiederum neu kommentieren musste. Also nahm ich eine Soundwand mit Bläsern, Trommeln und Streichern im Mittelteil des Stückes auf.

IN THE DUST OF OUR DAYS

Spielt auf unsere Vergänglichkeit an und ist vom Titel her auch eine Anlehnung an Boris Vian’s „Der Schaum der Tage“. Mir gefällt, dass Lambert von Wesen verfolgt wird, von denen er nicht weiß, ob er Angst haben oder sich unterhalten lassen soll. Moki und ich sind beide große Fans der „Wilden Kerle“ von Maurice Sendak!

PARASITES TO OURSELVES

Moki erzählte mir mal von diesem Witz von Steve Cutts. Auch das Zitat von Chris Korda: ‚Safe the planet, kill yourself!‘ hat sie zu diesem Titel beeinflusst.

THE SIGNAL

Ein Symbol der Hoffnung in vielen Endzeitfilmen verbunden mit der aufkommenden Frage, was nach der Abschottung passieren soll?

A THOUSAND CRACKS

Moki hat im Radio dem Aktivisten John Jordan zugehört der gesagt hat, dass keine große Revolution das System verändern kann sondern nur tausend kleine Sprünge im System es langsam zersetzten können.

WAITING ROOM

Beschreibt ein Gefühl, dass man vom Arzt kennt: Man sitzt im Wartezimmer, weiß genau was einen erwartet und dass es eigentlich nicht mehr möglich ist davor wegzurennen.

DESCENDING A STAIRCASE

Bezieht sich auf das Bild von Marcel Duchamp „Akt eine Treppe herabsteigend, Nr 2″. Man sieht die Überreste einer Lambert-Statur, die ziemlich unsanft die Treppe herabgestiegen sein muss.

BLIK

Blik ist ein Charakter den Moki im Kopf hat. Ein Zechpreller (daher auch ein Anagram für das Wort Bilk) der lieber wegläuft als seine Rechnungen zu bezahlen.

LICKING DEW

Wenn es nichts mehr gibt, klammert man sich an die Hoffnung am nächsten Morgen wenigstens Tau lecken zu können. Moki empfindet dieses Bild des Tau leckens trotz der Hoffnungslosigkeit als sinnlich und weich, wie das Klavierspiel in dem Stück. Man hört oft zwei Klaviere die sich gegenseitig berühren.

AFTERMATH

Nur weil man im Zahlenraum von 1 bis 10 rechnen kann, heisst das ja nicht das es keine 11 gibt.

SLEEPING DOGS

Ja genau, dies bezieht sich auf das wohlbekannte Sprichwort und spielt auf das Lauern an und die drohende Gefahr.

THE END

Ist das Ende auch ein Anfang oder einfach das Ende. Wir sind uns da unsicher.

LAMBERT
Sweet Apocalypse
(Mercury Classics / Universal)
VÖ: 12.05.2017

www.listentolambert.com

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