
MIRKO VIRGINIO VOLPE aus Piedmont in Italien liebt den Forst. Täglich begibt er sich in die Waldeinsamkeit, um dort Müll zu sammeln und auf seiner mittelalterlichen Leier zu spielen. Normalerweise ist Volpe die eine Hälfte des Mittelalter-Folk-Duos MURMUR MORI, dessen aktuelles Album Make Love, Not Crusades 2024 erschien. Hier jedoch zeigt er einen meditativen Dark Folk.
Mit L’IRA DEL BOSCO erlaubt sich Mirko ein kleines Wortspiel, denn „Lira“ heißt auf Italienisch „Leier“, „L’ira“ „der Zorn“. Er will also „der Zorn des Waldes“ („L’ira del bosco“) über die Umweltverschmutzung sein. Man denke nur daran, wie im dritten Teil des Herrn der Ringe die Naturgeister zum Angriff übergehen und die Ents den Umweltzerstörer Saruman angreifen, wodurch sie den Ringkrieg entscheidend mit beeinflussen. Diese kindliche Fantasie einer wehrhaften, ja siegreichen Natur stellt Volpe ganz bewusst her. So hört man in „Regresso“ neben Umgebungsgeräuschen wie Vogelzwitschern ihn sehr ruhig die Leier zupfen, wie dies zum Beispiel SUN AND MOON DANCE zu Anfang tat. Auch dieser interessierte sich für Gewitter wie in „Un Temporale Di Tanti Anni Fa“.
Die zarten Melodien unterscheiden sich wenig und sollen hineinziehen in die Abgeschiedenheit. Die Angst vor Wald- und Artensterben im Anthropozän ist vollends berechtigt. Zum Widerstand dagegen schlägt Volpe vor, sich zu sammeln, um aktiv werden zu können. Und so klingt „Antropocene“ zum Abschluss tatsächlich kämpferisch.
L’ira Del Bosco
L’ira Del Bosco
(Selbstvertrieb)
VÖ: 07.02.2026