LOODPOOL – Moon Change EP

Von der Salamifabrik in die Großstadt – Merkwürdige Berliner Szenekritik im Kunstpop-Gewand.



LOODPOOL, das waren einst drei Musiker aus Wien, Frankfurt und Berlin, die sich ausgerechnet bei der gemeinsamen Arbeit in einer Salamifabrik kennenlernten. 2002 kamen sie für ein Kunstprojekt nach Berlin und schrieben in einem leerstehenden Plattenbau die Songs für ihr erstes, selbstbetiteltes Album.

Mittlerweile wurde der Bassist gewechselt, musikalisch führen sie ihr Projekt auf eigenem Label aber weiter fort. Als Einflüsse geben sie selbst Punk, Psychedelia, 80er-Synthetik und Rock an. Landläufig könnte man das Ganze auch unter Kunstpop subsumieren. Besonders der Psychedelic-Anteil sticht dabei heraus, auch eine Prise Wave ist kaum zu leugnen. Instrumentiert wird diese Mischung teils mit leicht Strokes-artigen Gitarren, teils mit stilechten Synthiesounds.

Highlight der EP Moon Change ist gleich der Opener ‚Welcome to Berlin‘. Ihre Abrechnung mit dem medialen Szene-Hype der Hauptstadt, hat es mit seinem tanzbaren Beat immerhin schon zu den Popagenten und MotorFM geschafft. ‚Scenelove‘ betrachtet eben jene Szene und ihre Riten von innen und ist ähnlich indiediscotauglich, wenngleich der gewisse letzte Kick fehlt. Die anderen drei Songs sind nicht ganz so überzeugend. Auch kann man die kann man immer wieder über die englische Grammatik von Frontmann Stephan Nico schmunzeln.

Unter dem Strich bleibt die Moon Change EP natürlich Geschmackssache. Aber langweilig ist die Musik von LOODPOOL auf jeden Fall nicht.

LOODPOOL
Moon Change EP
(PINK INK MUSIC)
VÖ: 15.08.05

www.loodpool.net
www.pinkinkmusic.de

Autor: [EMAIL=sebastian.frindte@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Sebastian Frindte [/EMAIL]

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