
Im ausverkauften SO36 gaben sich am Abend des 11. März zwei Speerspitzen des Psycho-Rocks die Ehre: die PSYCHODELIC PORN CRUMPETS aus Westaustralien sowie die deutsch-österreichische Band SPIRAL DRIVE. Dieses Event wurde verflucht heiß, aus mehreren Gründen.
Erstens hatten die Veranstalter sich offenbar gedacht, den Saal so proppenvoll zu machen, wie nur möglich. Das hatte den Effekt, dass die ersten 10 Reihen herumsprangen, während die folgenden Reihen sich kaum rühren konnten. Vorn und hinten wurde es entsprechend warm und wärmer.
Zweitens lieferten hier zwei vorzügliche Kombos ab. Spiral Drive aus Mannheim klingen zunächst nach einer 70’s-Epigonenband wie TAME IMPALA. Doch dann merkt man, dass sich Songs wie „Space Pirates“ ins Hier und Jetzt entwickeln. Die fünf Jungs bauen starke Dynamiken auf, die die Hörer angenehm mitreißen. Der in Deutschland lebende Tiroler und Musikproduzent RAPHAEL NEIKES lädt an der Gitarre in den „Space Train“, in dem durchaus psychodelisch geträumt werden kann.

Nach einer Stunde Pause treten nach 22 Uhr die Psychodelic Porn Crumpets auf, die sich eine Fanbase in Berlin erspielt haben. Neben ihren Landsmännern von KING GIZZARD & THE LIZARD WIZARD gelten sie als die aktuellen Erneuerer des Psychorocks. Das wird schnell deutlich, wenn sie ihren krachigen Rock unter die Leute bringen, der immer wieder auch die Intensitätsschwelle zum Heavy Metal überschreitet.
Die Herren haben erst letztes Jahr zwei Alben veröffentlicht und spielen ein langes Set. Die Menge vor ihnen tobt, springt und pogt. Songs wie „Cornflake“, „Marmelade March“ oder „Found God In A Tomato“ sitzen und haben im SO36 auch eine durchaus annehmbare Akustik. Sänger JACK MCEWAN sieht bei Titeln wie „Lava Lamp Pisco“ mit seinen langen Zottelhaaren so aus, als wäre Ted aus Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989) erwachsen geworden. So cool wäre KEANO REEVES jetzt gerne mit DOGSTAR.