SAVOY GRAND – People And What They Want

Mut zur Stille: auch auf ihrem dritten Longplayer machen SAVOY GRAND unaufdringlichen Zeitlupen-Pop von epischem Ausmaß und erzeugen mit sparsamster musikalischer Begleitung größtmögliche Emotionen.




„In der Ruhe liegt die Kraft“ – nie war diese abgedroschene Metapher zutreffender als bei SAVOY GRAND, die seit ihrer ersten Veröffentlichung Dirty Pillows (2001) und dem Nachfolger Burn The Furniture (2002) als eine der langsamsten Bands der Welt gelten.

Es gibt nur wenige Bands im aktuellen Musikgeschehen, die ihr Konzept von Album zu Album mit derart stoischer Beharrlichkeit fortführen, ja sogar intensivieren. Die Band aus Nottingham um Sänger und Songwriter GRAHAM LANGLEY musizieren auf People And What They Want gewohnt karg und nahezu auf der Stelle.
„You took a face from a magazin/ you thought it could be you/ you thougt it could be you/ you took a ring on a finger to be/ you took it to be love/ you took it to be love“ – schon der Opener ‚Took‘ breitet über neun Minuten mit sparsamsten Gitarren- und Basslinien, getragen von LANGLEYs betörend schnörkerllosem Gesang und dessen Lyrik, einsame Stille aus. Gewiss, auf den großen, erlösenden, musikalischen Paukenschlag, wie er von Codeine, The White Birch oder gar Mono und Mogwai offenbart wird, wartet man bei SAVOY GRAND vergeblich. Ausnahme bildet hier erstmals das 12-minütige ‚It Fell Apart‘, das tatsächlich in seinem Höhepunkt eine Gitarren-Explosionen unauslöschlich in die Gehörgänge brennt.

Genauso unvermittelt, wie sie jene Mauer aus Gitarrenriffs errichteten, reißen sie diese auch wieder ein und kehren zurück zu reinem Gitarren-Zeitlupen-Ambient. ‚Ending Up‘ verfügt dabei sogar über ein gewisses charmantes Pop-Appeal.

Wahrscheinlich ist es aber so, dass man für die Musik von SAVOY GRAND keine großen Worte benötigt, sondern nur viel Zeit für Gefühle: Format und Grenzen sprengende Langsamkeit, die begeistert, entblößte Gedanken, die zwischen pochendem Schmerz und absurder Melancholie taumeln und viel Raum zwischen Moll-Trunkenheit, offenen Gitarrenakkorden und (getrockneten) Tränen.

SAVOY GRAND
People And What They Want
(Glitterhouse/ Indigo)
VÖ: 28.02.2005

SAVOY GRAND spielen live am 31.03.05 im Magnet.

www.glitterhouse.de
www.savoygrand.com

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail