Sneaker Pimps – Squaring The Circle

So recht glauben konnten es die Fans nicht, als sich 2019 tatsächlich wieder etwas tat auf der Facebook-Seite der SNEAKER PIMPS. Das letzte Album Bloodsport war fast 20 Jahre alt. Sänger CHRIS CORNER hatte doch seine einstige Band hinter sich gelassen und in letzter Zeit höchstens solo als IAMX gearbeitet. Jetzt also ein neues Album? Wie sollte das gehen?

Tatsächlich hat sich die ehemalige englische Trip Hop-Formation neu aufgestellt. Producer LIAM HOWE ist wieder mit von der Partie und die neue weibliche Stimme ist die Berliner Indiepopperin SIMONNE JONES – eine ausgezeichnete Wahl. Und Corner ist bekanntlich anspruchsvoll.

Ganze 16 Songs schenkt das neue Trio den Hörern, die mit Trip Hop kaum etwas zu tun haben. Zwischen Dream- und Synthiepop entstehen hier mal zugängigere („Fighter“), mal verschlossene Electrotrips („Immaculate Hearts“). Jones und Corner haben ihre persönlichen Wünsche vor Howe gebracht: Das beatlastige „No Show“ oder auch das folkigere „Lifeline“ sind kalter Pop, wie man ihn auch in den Charts (AVA MAX z.B.) erwarten könnte. Er steht Corner entgegen, der in der dämmrigen Elektronik von Tranquility Trap“ wie eine Mischung aus DANIEL BELLQVIST von ESKOBAR und JIMMY SOMERVILLE von BRONSKI BEAT klingt. In „SOS“ und „Come Like The Cure“ verschmelzen sie die Stile. Was für eine Show! Dass Corner seine leidenschaftlicheren Gangarten nicht vergessen hat, zeigt er etwa auf dem Future Pop-Stück „Stripes“, bevor er in „Paper Room“ wieder abtaucht.

Erneut geht es wie einst auf Splinter (1999) um pure Einsamkeit. Glücklich Vergebene brauchen hier nicht reinhören, sondern eher frustrierte Singles, aber auch Leute, die mal wieder die Vielfalt des kühlen Elektropop spüren wollen. Howe schafft es immer wieder, wärmende Melodieparts zu integrieren, so dass die Zuhörer nicht frieren. Welcome back!

 

Sneaker Pimps
Squaring The Circle
(Ophic)
VÖ: 10.09.2021

www.sneakerpimpsmusic.com

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