THE HOUSE OF LOVE – Days Run Away

[B]Gitarrenpop-Altmeister mit tollem Comebackalbum.[/B]

‚Christine‘ und ‚Shine On‘ gehören zweifellos zu den schönsten Indiepopsingles der 80er Jahre, und das selbstbetitelte Debütalbum von 1988 gilt heute als Klassiker des alternativen Gitarrenpop. Nach vier Singles und einem Album auf Creation folgte 1989 dann der Wechsel zum Major, und gleich mit dem ersten Album [I]The House Of Love [/I] – dem so genannten Schmetterling-Album – legten sie endgültig ihren Status als Geheimtipp ab und wurden mit Songs wie ‚I Don’t Know Why I love You‘, ‚Beatles And The Stones‘ und dem für dieses Album neu aufgenommenen, vor allem soundtechnisch aufpolierten ‚Shine On‘ schließlich auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Eigentlich kaum zu glauben, dass sich die beiden Streithähne GUY CHADWICK und TERRY BICKERS trotz ihrer handgreiflichen Auseinandersetzungen, die 1993 zum Split der Band führten, tatsächlich wieder für ein neues Album zusammengerauft haben.
Doch die persönlichen Animositäten wurden im Laufe der Jahre hinten angestellt, und bevor die Zeit getreu dem Albumtitel tatsächlich knapp wurde, näherten sie sich langsam wieder einander an, schrieben Songs, und schließlich war sie wieder da, diese Magie, die bei kongenialen Songwritern ihrer Klasse zwangsläufig entsteht.

Und gleich die ersten beiden Songs des Albums zeugen von eben jener Magie und beweisen, dass sich THE HOUSE OF LOVE nach zwölfjähriger Abwesenheit absolut würdevoll im neuen Jahrtausend präsentieren. ‚Love You Too Much‘ und ‚Gotta Be That Way‘ sind klassische HOUSE OF LOVE Gitarrenpop-Stücke mit filigranen Gitarren, coolen Dreampop-Vocals und sehnsüchtigen Refrains, und insbesondere die aktuelle Single ‚Gotta Be That Way‘ reicht fast an die schier unerreichbaren früheren Geniestreiche heran und rechtfertigt eigentlich schon allein den Kauf des Albums.

Ganz können die Mannen um Frontmann GUY CHADWICK dieses überraschend hohe Niveau der ersten Songs im Folgenden zwar nicht halten, doch auch die zurückgelehnt-verspielten ‚Maybe You Know‘ oder ‚Money And Time‘ betören mit einer – ja ohnehin immer latent durchschimmernden – verstärkt nach vorne tretenden 60er-Psychedelic-Note und einer charmanten Lofi-Herangehensweise sowohl beim Songwriting als auch beim Sound.

Mit dem wunderbar melancholischen Titelsong ‚Days Run Away‘, dem verträumten ‚Wheels‘ oder dem mit dem schönsten Gitarrenpart des Albums aufwartenden ‚Kit Carter‘ wird aber auch schnell wieder auf den eingangs beschrittenen Weg des sehnsüchtig perlenden Gitarrenpop im Midtempo zurückgefunden, bevor das akustische ‚Anyday I Want‘ dieses grandiose Comebackalbum einer lange Zeit schmerzlich vermissten Band ziemlich glorreich beschließt.

THE HOUSE OF LOVE
[I]Days Run Away[/I]
(V2/ Rough Trade)
VÖ: 04.04.05

www.thehouseoflove.co.uk
www.v2music.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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