Unser Ticker vom Reggae Month in Jamaica 2026

Negril Beach | Foto: Sheldon Levene

POPTRAVEL. Unter diesem Namen berichten wir in unregelmäßigen Abständen vermehrt von unterwegs: Porträts, Interviews, Konzert- und Festivalberichte im berühmten Blick über den Tellerrand. In der ersten Ausgabe von 2026 geht es in die Karibik …

… und zwar nach Jamaica! Dort ist den ganzen Februar über bereits zum 17. Mal REGGAE MONTH – insgesamt mehr als 60 Veranstaltungen sind im Verlauf des Monats geplant. Die Feierlichkeiten finden auf der ganzen Insel statt, zentraler Punkt ist aber freilich Kingston. In der UNESCO-„Creative City“, die dieser Tage ihr 500-jähriges Jubiläum feiert (also nur ein paar Monate nach Santa Marta), werden auch wir vor Ort sein.

Unser Trip beginnt am kommenden Samstag, den 14. Februar – ab dann tickern wir euch hier von unseren täglichen Entdeckungen und Konzertbesuchen. Einige Highlights und Stopps aus dem Programm: ein Gig der Studio-Band von SLY & ROBBIE, das Harry J Studio und das Edna Manley College of Performing Arts (beide in Kingston), Bob Marleys Geburtsort Nine Miles und die, wie wir hören, fantastischen Strände von Negril …

Wochenende 14./15. Februar

… und da sind wir auch schon, tickern wir also los! Nach einer entspannten ersten Nacht in einer privaten Villa in der Nähe des internationalen Airports in Montego Bay haben wir uns über den Jamaica-verbindenden Highway A1 auf den Weg in die Hauptstadt Kingston begeben. Auf den Ohren: HITZ 92 FM (streamt den Sender hier!) mit Reggae- und Dancehall-Classics von Artists wie GREGORY ISAACS, FRANKIE PAUL, TENOR SAW oder natürlich vom Skipper persönlich Mister BOB MARLEY.

Nach einem Zwischenstopp im idyllisch an einem kleinen Wasserfall gelegenen Open-Air-Bistro Pretty Close ging es immer und immer weiter hinauf in Jamaicas Blue Mountains in die Unterkunft für diese Nacht – ins um nichts weniger idyllische Serendipity Holistic Resort and Spa. Hier warteten allerdings äußerst betriebliche Nachrichten auf uns. Die Instrumente der Studioband-Line des legendären Duos SLY & ROBBIE waren bei einem tragischen Unfall auf dem Weg ins Resort verschütt gegangen. Die Rettungsaktion läuft in diesem Moment, und die Musiker selbst sind wohlauf – doch der geplante Auftritt fiel damit natürlich ins Wasser. Wir haben den Moment genutzt und uns im Music Room des Resorts umgesehen, an dessen Wänden Schallplatten und Gitarren von Robbie hängen. Hier ein paar Eindrücke – darunter auch eine Platin-LP für eine Million verkaufte Exemplare des THE ROLLING STONES-Albums Undercover, auf dessen Titeltrack ROBBIE SHAKESPEARE als Gast-Bassist zu hören ist …

Fotos: neverleavetheclouds

Montag 16. Februar

Wow, was für ein Tag! Rund 17 Stunden waren wir auf den Beinen, 17 Stunden voller Eindrücke und vor allem voller Reggae-Geschichte. Und zwar vom Start weg: Nachdem wir im Serendipity Resort aus dem Bett gefallen waren, ging es ins Strawberry Hill Hotel, auf dessen Gelände einst – also vor dem Hotelbetrieb – ein gewisser CHRIS BLACKWELL eine bescheidene Bude hatte. Logo: Anno 1959 war Blackwell einer der Begründer von Island Records und on top Produzent und sollte so zu einem wesentlichen Katalysator für den globalen Siegeszug von Reggae im Allgemeinen und BOB MARLEY & THE WAITERS werden. Von dieser Geschichte wie auch den Erfolgen anderer IR-Artists wie GRACE JONES, MELISSA ETHERIDGE und natürlich auch U2 erzählen die Wände des Hotels, insbesondere des Gold Rooms, in dem sich goldene, vor allem aber platine LPs aneinanderreihen. Checkt die Cover-Artworks allein dieser kleine Auswahl …

Fotos: neverleavetheclouds

Ein echtes Highlight – aber es verblasst natürlich, wenn man gute 30 Minuten später und die Blue Mountains hinunter in der 56 Hope Road ankommt. Im heutigen Bob Marley Museum wohnte die Reggae- und Rasta-Ikone einst, der Besuch von Marleys privatem, von der Patina legendärer Aufnahmen überwuchertem Studio sowie seiner privaten Räumlichkeiten ist via Führung und allein in Gruppe möglich – und das bei striktem Fotoverbot, so dass wir euch hier keine optischen Eindrücke hinterlassen können. Der Besuch (für den man – ohne Gift Shops – rund anderthalb Stunden einplanen sollte) bietet dabei sowohl einen groben biografischen Überblick über. Marleys Leben und Schaffen als auch eine Einführung in die Leitlinien der Rastafari-Bewegung. Das gilt vor allem, wenn man das Glück hat, RICKY CHAPLIN als Guide zu bekommen. Der Musiker war im Bob-Marley-Biopic „One Love“ zu sehen (als Rasta-Drummer und -Lehrer MORTIMER PLANNO, der zu Marleys Freundeskreis zählte) und die Ideen der Leben und Liebe bejahenden Bewegung mit großer, nicht zuletzt lauter Leidenschaft zu vermitteln weiß.

Danach ging es zurück in die Zukunft – zu einigen contemporary Reggae-Artists, die im HARRY J STUDIO auf uns warteten. Da wir in diesem Zusammenhang nun gleichermaßen auf die Ankündigung eines baldigen Highlights warten, machen wir hier kurz Pause und melden uns morgen mit weiteren Details. Good Night aus Kingston Town, Man!

Die Reise wird unterstützt durchs Jamaica Tourist Board.

www.visitjamaica.com

Foto: JTB

FacebooktwitterpinterestlinkedintumblrmailFacebooktwitterpinterestlinkedintumblrmail