VETO am 24.01.2012 im Magnet Club


Keep up the speed and never stop.



In ihrer Heimat Dänemark füllen VETO bereits seit Jahren Hallen, während sie in Deutschland unerklärlicherweise noch immer als Geheimtipp gelten. Früher oder später findet aber glücklicherweise jeder, der sich für treibende, elektronisch angehauchte Rockmusik begeistern kann, zu diesem musikalischen Juwel. Nun sind VETO endlich wieder auf Deutschlandtour und machten als erstes im gemütlichen und für gute, kleine Konzerte bekannten Magnet Club in Berlin-Kreuzberg Station.

Unterstützt wurden sie dabei von den Jungs von EMPIRE ESCAPE, die mit ihrer Support-Show das Publikum auf einen durchtanzten Abend vorbereiteten. Mit eingängigen Melodien, ungewöhnlich tiefer Stimme und einer bombastisch guten Laune, von der man sich einfach mitreißen lassen musste, erinnerten EMPIRE ESCAPE, die noch in diesem Frühjahr ihr Debütalbum veröffentlichen wollen, musikalisch an Bands wie Editors und The National und legten einen Auftritt hin, den man in dieser Qualität von einer sogenannten Vorband nicht oft geboten bekommt. Glücklicherweise spielten die vier sympathischen Berliner dann auch eine gute dreiviertel Stunde und hatten nach diesem professionell dargebotenen Auftritt garantiert einige neue Fans gewonnen.

Als dann nach einer kurzen Verschnauf- und Umbaupause VETO die Bühne stürmten, gab es auch in den hinteren Reihen kein Halten mehr. Die Dänen legten direkt mit vollem Tempo los und spielten einen Querschnitt aus ihren vier bisher erschienenen Alben. Songs wie ‚You’re a Knife‘, ‚Spun und Built to Fail‘ durften nicht fehlen und wurden in perfekter Harmonie wiedergegeben. Auch klingt Sänger Troels Abrahamsen live mindestens ebenso vielseitig und klar wie auf Studioaufnahmen. Licht und Ton waren perfekt abgestimmt, und man konnte überall im gut gefüllten Raum einen erstklassigen Klang genießen.

Wer VETO kennt und liebt, weiß, dass diese Band bisher fast ausschließlich potenzielle Lieblingslieder hervorgebracht hat, die dabei aber unterschiedlicher nicht sein könnten und von rockig bis schwer elektrolastig das ganze Spektrum abdecken. Wo bei den meisten Konzerten ein oder zwei Songs, meist die größten oder bekanntesten Hits der jeweiligen Band, mit laut kundgetaner Begeisterung besonders enthusiastisch begrüßt werden, geschah dies bei VETO denn auch bei jedem einzelnen Lied, stets fanden sich Fans im Publikum, die auf genau diesen Song gewartet hatten.

Die fünf Bandmitglieder hatten auf der Bühne sichtlich ihren Spaß, tanzten und freuten sich über den Applaus und spätestens, wenn man den völlig ausgelassenen Gitarristen David Krogh Andersen bei seiner ganz eigenen kleinen Show beobachtete, konnte man sich der großartigen Stimmung nicht mehr entziehen und musste einfach mittanzen. Nachdem VETO eine knappe Stunde gespielt hatten, verabschiedeten sie sich unter solch überschwänglichem Jubel, dass sie schon vor den obligatorischen „Zugabe“-Rufen die Bühne wieder betraten, um gleich noch fünf weitere Lieder zum Besten zu geben. Dabei holten sie auch noch den letzten Funken Energie aus sich und dem tobenden Publikum heraus und beendeten dann mit ‚Digits‘, einem treibenden Elektrostück, ihren begeisternden Auftritt.

Leider verließen die meisten Zuschauer nach dem Konzert fluchtartig den Saal, wodurch der Zauber des Erlebten etwas zu schnell verloren ging. Alles in allem aber ein Konzert der Spitzenklasse, bei dem Vorband und Hauptact eine explosive Mischung ergaben, der sich keiner entziehen konnte.

www.vetonet.dk
www.empireescape.com

Autor: [EMAIL=esther.vomfelde@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Esther Vomfelde[/EMAIL]

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