Alice Null – In A Heartbeat

Die ungarische Gothic-Band ALICE NULL bringt ihren ersten Longplayer auf den Markt. Schon bei der letzten EP hatten sie sich vom Neofolk abgewandt und nutzten eifrig Elektronik. In A Heartbeat ist nun ein Dark Wave-Album geworden.

Dumpfe Beats und Geklimper schaffen für „Down“ eine unangenehme Atmosphäre, in die ALINA PLESIA ihre verzweifelten Lyrics einspeist: „You feel there is no place to hide. The dawn is near, but you can’t see the light.“ Düster ist die Stimmung für den Goth-Floor. „On The Edge“ setzt noch mehr Synthies dazu. Statt auf poppige Melodien, wird hier auf den Beat und den Text abgestellt. Es geht um Schuldgefühle gegenüber einer Autorität: „I’m standing on the edge to hell with all regrets. My heart melts within me. I’m not as strong as you want me.“

„By Fire“ baut sich als tragische Piano-Ballade auf, in die Plesia mit toller Stimme eintaucht. Solche Bitterness kennt man von Soundtrack-Produzentinnen wie ELEMENTAL SOUNDWORKS. Geradezu cineastisch wird dann „Moving Shadows“ mit Spoken Word und E-Gitarre.

Selbst die warme Jahreszeit vermag Alina nicht glücklicher zu machen („Summer“), was sie mit Sad Girls wie KAYLA SHYX vereint. Vergleicht man mit einem anderen deutschen Sänger, namentlich RIO REISER (TON STEINE SCHERBEN – „Der Traum Ist Aus“), wird die romantische Implikation geradezu politisch: „The dream is gone. Bitter memories return. Look at all this madness: We’re all killing ourselves.“ Doch während Rio „alles geben“ wollte, um eine Utopie zu verwirklichen, haben Alice Null keinerlei Optimismus anzubieten. In „Ploaia“ erzählt Plesia schließlich vor einem Synthiefirnament von ihrer Vergangenheit. So ist ihr erstes Album beeindruckend und entmutigend zugleich.

 

Alice Null
In A Heartbeat
(Selbstvertrieb)
VÖ: 25.01.2025

www.facebook.com/alicenullmusic

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