Anajo am 27.03.2007 im Magnet Club

anajo

Nach den letzten drei Jahren voller Arbeit hätte man wenigstens etwas Müdigkeit erwarten können, aber nein. Die drei Herren in den Zwanzigern führen, wo sie gehen und stehen, ihre ganz eigene Indieparty mit dem Charme eines Jugendclubabends mit sich. Das Warten hat sich gelohnt, denn für neue Hits ist gesorgt. Das bestätigen die Fans, die am 27. März in den Magnet Club geströmt waren.

Ganz allein steht der Lüneburger KOLKHORST um 21 Uhr auf der Bühne, einzige Begleitung: die E-Gitarre. Die Elektrobeats steigen nach einem Fußtritt aus der Box, und sein Indiepop-Punk findet Zustimmung im Publikum. Sein Ass im Ärmel ist eine gute, angenehme Stimme. Er ist schon eine Weile mit ANAJO on tour und mit ihnen bei Tapete Records.

Kurz darauf sind sie daselbst zugegen und begrüßen den Magnet natürlich mit dem Titeltrack ihres neuen Albums Hallo, wer kennt hier eigentlich wen?. Die Frage erübrigt sich eigentlich, denn hier hat sich eine Fanbasis versammelt, mit der die Band den ganzen Abend über im gut gelaunten Dialog bleibt. ANAJO zeigen sich, wie man sie kennt: fröhlich und selbstbewusst. Der Auftrittsmarathon, der hinter ihnen liegt, zeigt sich nur im routinierten Gitarrenspiel und kräftigen Schlagzeugparts. Kleine Verspieler werden mit Witzen gut überspielt.

Man kann bei ANAJO auch wirklich nicht mehr von einer Mädchenband reden. Vielmehr bildet sich vor der Bühne ein ruhig genießender Kreis aus weiblichen Fans um eine Menge wilder Kerle. Man fragt sich, ob es nun die Musiker oder die Fans schaffen, 90 Prozent der Songs feiertauglich zu machen. Erstere brauchen kaum Tanz-Anweisungen zu geben, wie man sie z.B. von den Beatsteaks gewohnt ist. „Da gibt’s kein Wenn und Aber und kein Nein!“ (‚Mein lieber Herr Gesangsverein‘) und auch die alten Hits wie ‚Monika Tanzband‘ werden lautstark gefordert.

Die Zugabe folgt auf dem Fuße, in der Sänger OLIVER „OLLI“ GOTTWALD noch immer gesanglich gut dabei ist, so z.B. bei der neuen B-Seite, in der man sich zum ersten Mal am Cover eines englischen Songs versucht, genauer an The Cure’s Evergreen ‚Boys don’t cry‘ (als ‚Jungs weinen nicht‘). Doch eben solcher ist von niemandem in der Musikwelt noch zu verbessern.

Man schließt erfolgreich mit einem Song des Erstlings Nah Bei Mir und bittet die Fans: ‚Zähme den wilden Tiger in mir‘. Doch genau das werden diese zu verhindern wissen.

www.anajo.de

Foto: © Julian Reich

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