ASOBI SEKSU + WINTERSLEEP am 25.02.2009 im Magnet Club


Vom Winterschlaf ins Gitarrengewitter.



Namentlich passend zu den letzten kalten Tagen eröffnete die Band WINTERSLEEP den Abend im Magnet. Und irgendwie wirkten die Jungs auch ein wenig verpennt, was vielleicht daran lag, dass sie seit ihrem Auftritt bei der 4 Jahre Motorclub Party am vergangenen Freitag die Stadt unsicher gemacht haben. Doch das ist nur eine Vermutung.
Sicher ist, dass ihre Instrumente auf sie die gleiche Wirkung wie ein starker Kaffee haben, denn schon ihr erster Song ‚Archaeologists‘ rockte straight nach vorne. Ein bisschen melancholisch verspielt, aber mit ordentlich aufgedrehten Gitarren. Schöner kanadischer Indierock halt, der nicht zu schwermütig und doch genügend Tiefe in sich tragend dargeboten wurde. Hier und da könnte man ein bisschen Band Of Horses, Broken Social Scene und Fink (UK) raushören. Doch man konnte es auch einfach lassen und die Show genießen. Als Vorband waren sie jedenfalls die richtige Wahl. Auch wenn das Publikum im Magnet an diesem Abend nicht richtig warm wurde und man sich stellenweise schon fragte, ob die Leute durch Zufall ins Magnet kamen oder einfach keinen Bock hatten zu applaudieren.

ASOBI SEKSU waren auf der Bühne ein Bombast. Sperrige, fette Gitarrenwände, die einem wie ein kalter Wintersturm ins Gesicht bliesen und einem das Gefühl gaben, dass das Magnet zu klein ist für diese Art von monumentalem Sound. Hier und da gingen ein paar Melodien unter, insbesondere auch die Stimme von Sängerin Yuki, zu der meine Begleitung ein bisschen zynisch meinte: „Hört sich wie das Geräusch an, das mein Auto macht, wenn ich nicht angeschnallt bin.“ Einen Zugang zu dem Dargebotenen konnte man eigentlich nur kriegen, wenn man die Songs zuvor schon kannte. Für den Rest blieb es einfach ein Klumpen Krach. Und man muss schon zugeben, dass der Noise in ihrem Noisepop live doch sehr dominiert. Shoegazer Style.

Was mich wirklich enttäuschte, war die Tatsache, dass sie überwiegend Songs ihres neuen Album spielten, da ich es noch nicht gut genug kannte. Doch dafür freute ich mich umso mehr über die Perlen der Citrus-Platte, wie ‚Strawberries‘ und ‚New Years‘. Atmosphärisch waren sie unglaublich bewegend. Nur leider auch viel zu schnell wieder vorbei.

www.myspace.com/asobiseksu

Autor: [EMAIL=eric.ahrens@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Eric Ahrens[/EMAIL]

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