AUDREY. (EP)

[b]Vier junge Schwedinnen verzaubern mit ihrer Debüt-EP mit viel Herz und Melancholie die Ohren des Zuhörers.[/b]

Skandinavien ist eine seltsame Gegend dieses Planeten. Die Gelehrten und Reisenden sagen stets, und wohl auch zu recht, dass dort alles viel besser ist als in den restlichen Regionen der Erde. Aber wenn Skandinavier musizieren geschieht das entweder mit einer unglaublichen Wut und entsprechendem Lärm oder mit einer Melancholie, die ihresgleichen sucht. Dabei bleibt dem Außenstehenden verborgen, worüber man so betrübt und worauf so sauer ist. Soll etwa ein bisschen Dunkelheit so viel bewirken können? Musiker weltweit halten sich doch ohnehin nur in dunklen Proberäumen und Clubs auf. Vielleicht sollte man es auch einfach nicht verstehen sondern genießen, denn eines ist mal klar: Als der größte skandinavische Musikexport noch ABBA hieß und stets grinste, gab es weniger schöne und interessante Musik.

Mittlerweile hat auch das kleine und sympathische Berliner Label SINNBUS-RECORDS seine erste internationale Band im Repertoire – und die kommt natürlich aus Schweden, genauer aus Orust, einer Insel vor Göteborg.
AUDREY. nennen sie sich, weil ihnen der Name so gut gefällt, aber keine der vier Musikerinnen damit ausgestattet ist. Auf ihrer ersten, unbetitelten EP werfen sie dann auch gleich mal fünf Songs ins Rennen, die allesamt ganz große Kunst sind.

So zieht einen das Cello-Intro bei ‚we thought we were ghosts, but we are feathers’ schon bei Sekunde Eins in seinen Bann.
Mit ähnlicher Verträumtheit wie etwa Sigur Rós entstehen bei AUDREY. zerbrechliche Melodien, die den Zuhörer zu fesseln in der Lage sind.
Der Gesang erinnert stimmlich ein wenig an Björk und passt derart zart perfekt zur musikalischen Stimmung. Das bereits erwähnte Cello lässt einen bei jedem Ton erschaudern, die Gitarre wird eher in den höheren Lagen gezupft und das Schlagzeug, eher dumpf und minimalistisch eingesetzt, schleppt Takt und Zuhörer durch den Traum. Bei ‚triumphal arch’ betätigt EMELIE MOLIN, Cellistin und eine von zwei Sängerinnen bei AUDREY., anstelle des Cellos ein Klavier, was den Song ja fast schon fröhlich klingen lässt.

Für Freunde des Post-Rocks ist diese EP auf jeden Fall ein Pflichtwerk und wird bis zum ersten Longplayer, an dem schon in diesem Jahr gearbeitet werden soll, so einige Umdrehungen im CD-Player mitmachen.

AUDREY.
[i]EP[/i]
(SINNBUS/ Tenderversion)
VÖ: 07.02.2005

[URL“>http://www.heylisa.net/audrey
[URL“>http://www.label.sinnbus.de

Autor: [EMAIL=alexander.eckstein@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Eckstein [/EMAIL]

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