Autobahn – The Moral Crossing


Sie haben es geschafft. Mit Dissemble legten AUTOBAHN 2015 ein unwiderstehliches Album aus Noiserock und Post-Punk vor und die Latte entsprechend hoch. Doch während andere Bands Kräfte sammeln, um mit ihrer zweiten LP die erste zu kopieren, ruhten sich die fünf Jungs aus Leeds kaum aus. Sie tourten und schufen mit ihren Erfahrungen etwas, das ihren Erstling sogar in der Komposition übertrifft.

Vorauseilende Tracks wie der genüsslich flüssige Synthie-Song „Future“ ließen bereits Gutes erwarten, und „Obituary“ schließt an die Songs des Vorgängers an. Dann wirbelt der Titelsong ein durchgehendes Drumsolo vom ständig geforderten LIAM HILTON, um sich schließlich in einer elektronischen Wolke aufzulösen.

Hochdramatisch mit Streichern aus dem Computer kommt „Torment“ daher und bietet so etwas wie Post-Industrial auf mit französischen Frauenlyrics, E-Gitarren und der wehklagenden Stimme von CRAIG JOHNSON. Mit Tracks wie „Execution (Rise)“ beweisen Autobahn, dass sie mehr können, als die x-ten JOY DIVISION-Epigonen zu sein. Diese Band hat die Post-Punk-Vorbilder wirklich studiert, das Gebrochene, Selbstverletzende entdeckt. Bei soviel Können klingt selbst ein Begriffsaufzählungstext wie in „Creation“ cool.

Mit dem tragischen „Fallen“ macht Johnson am Boden eine gute Figur und grollt: „So much anguish within“, bevor er in „Vessel“ im Distortion-Rauch den Tod herbeisehnt. Zeit wird’s, dass auch Gothics diese Kerle zu schätzen lernen. Sie sind auf der Überholspur.

AUTOBAHN
The Moral Crossing
(Felte/Tough Love)
03.11.2017

www.autobahnmusik.co.uk

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