BLACK MOUNTAIN – Black Mountain

[B]Alleine der Bandname, wenn auch nicht sonderlich originell, ließ mich Großes erwarten. Ich wurde nicht enttäuscht.[/B]

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Der kanadische Fünfer BLACK MOUNTAIN fährt hier mit einem stilistisch bunt gemischten Bollwerk auf, so dass man auch ihr Label City Slang einmal mehr für ihren Mut, gegen den Kommerz zu schwimmen, loben muss.

Das erste Stück klingt nett und auch strange, in jedem Fall ist es mutig, so sein Debütalbum zu beginnen. Obwohl, im Nachhinein ist es wahrscheinlich einer der eingängigsten auf dem 46-minütigen Silberling. Track zwei, ‚Don`t Run Our Hearts Out‘, nennt ein wundervoll simples Rock Riff, das zum Glück niemals ausstirbt, sein eigen. Hier fühle ich mich wohl und verstanden, da wippt und bangt man mit. Und dann plötzlich dieser Zwischenteil, das ist was ganz anderes und ist irgendwo zwischen Pink Floyd und Black Sabbath angesiedelt. BLACK MOUNTAIN nehmen sich die Zeit, die sie brauchen, um gegen Ende des Songs sogar Deep Purple einfließen zu lassen. Ein Wahnsinnsopus. Wie klingt eigentlich Prog Rock?

Die erste Single ‚Druganaut‘ hingegen groovt da schon etwas souliger daher. Hervorragend finde ich auch den Sound, speziell den der Drums. Richtig schön retro, natürlich auch der Stil des Schlagzeugers, sehr locker und sehr lecker. Wahrscheinlich der beste Track der CD.
Beim vierten ‚No Satisfaction‘ kommen sogar noch die Country und Honky Tonk-Vorlieben zum Vorschein.
Die Kanadier klingen bei allem, was sie hier darbieten, sehr authentisch und das gefällt mir. BLACK MOUNTAIN waren gerade mit Coldplay unterwegs. Ich gehe davon aus, dass sie ratlose Gesichter hinterlassen haben – trotz eindeutig vorhandener Überzeugungskraft. Die Ballade ‚Set Us Free‘ wird da schon eher Anklang gefunden haben, auch hier deutliche 60er und 70er Wurzeln inklusive Wah-Wah Pedal und zweistimmigem Gesang.

Der sechste Track ‚No Hits‘ ist ein rauer Klumpen Noise, an dem man schwer zu kauen hat und der ebenso verdaulich ist. Obwohl auch hier unsere Helden von Pink Floyd Pate standen und auch Kraftwerk bei solchen Electro Sounds gerne eingeflochten werden, ist das eine schwere Geburt. Ein Techno-Beat-Intro, Space-Gewaber, schräge Loops und trotzdem, und das muss man dem Quartett zu Gute halten, mit Charme.

Doch es ist alles vergessen, wenn sie mit ‚Heart Of Snow‘ ein zartes und zerbrechliches Lied intonieren, das melancholisch wie Radiohead ist und schließlich doch wieder in nicht geahnte Sphären abtaucht. Der letzte Song ist mit über acht Minuten auch gleichzeitig der längste und klingt nach einer Karawane, die durch die spacige Wüste Marokkos marschiert. Auch bei ‚Faulty Times‘ wechselt sich weiblicher und männlicher Gesang ab, wieder Country plus das große Finale.

Was bleibt, ist ein gewisser Drang, einfach noch mal von vorne anzufangen und ein Album mit acht verschiedenen Songs. Im November sollen BLACK MOUNTAIN übrigens durch Europa touren, ich gehe davon aus, dass sie auch in Berlin Halt machen werden. Das wird sicherlich interessant.

BLACK MOUNTAIN
[I]Black Mountain[/I]
(City Slang/ Rough Trade)
VÖ: 29.08.2005

www.blackmountainarmy.com
www.cityslang.com

Autor: [EMAIL=marceese@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]marceese[/EMAIL]

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