BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB + GLISS am 10.11.05 im Postbahnhof

[BLOCK][B]American Blues Rock. Der BRMC gastierte im Postbahnhof und zeigte, was er auf dem Kerbholz hat.[/B][/BLOCK][img]content/images/BRMC_Postbahnhof_2005_11_10.jpg[/img]

[BLOCK]Die Vorband GLISS wollte mich nicht so recht ansprechen. Der erste Eindruck ist ja immer sehr wichtig und der war leider nicht so gut. Mit einem Drum-Sample startete das kalifornische Trio ihr Berlin-Konzert schon fast technoesk. Im Laufe des Sets spielten sie das beliebte ‚Instrument-wechsel-dich Spiel‘. Erst standen die drei noch mit Saiteninstrumenten am Bühnenrand, dann war mal der Sänger und Gitarrist hinter dem Schlagzeug, dann auch die Bassistin und schließlich zeigte uns der Sänger, dass er auch den Bass bedienen kann.

Er war es auch mit seinem leidenden Gesang, diesem ewigen Gejammer, der mich davon abhielt, die Band gut zu finden. Meiner Begleitung erinnerte sein Gesangsstil an Marilyn Manson, mich wiederum an das (nicht wirklich) erotische Knurren der Britney Spears. Wie auch immer, ich finde sie beide nicht so doll und so war ich froh, dass ich ja wegen einer anderen Band gekommen war.

Die Umbaupausen-Hintergrundmusik ließ keinen Zweifel aufkommen, dass BRMC aus Amerika stammen und ihre musikalische Herkunft und Sozialisierung lieben. Man hörte schwarzen Blues und Gospelchöre, man hörte Soul und Country. Eben all das, was wir Europäer nicht haben.

Als dann nach der Umbaupause ein Mann mit nach hinten gegeltem Haar auf die Bühne kam, der aussah, als wäre er Marlon Brandos Gegenspieler im Film „“The Wild One“, nur bewaffnet mit einer akustischen Gitarre und einer Mundharmonika, traute ich meinen Ohren kaum. Auch wenn er nicht so aussah, klang er aber doch wie „His Bobness“ Dylan. ‚Complicated Situation‘ war der Opener und ein brillanter Auftakt. BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB, die mit [I]Howl [/I] eines der überraschensten und besten Alben des Jahres ablieferten, ließen ihren Frontmann die Show eröffnen. Es folgten die fabelhaften ‚Fault Line‘ und ‚Devil`s Waitin“. Die ersten drei Songs stand er ganz alleine auf der Bühne und sang fantastisch bluesig und vor allem amerikanisch. Für Fans der ersten Stunde könnte das alles verwirrend rübergekommen sein, haben BRMC doch einen für sie neuen Weg mit [I]Howl[/I] eingeschlagen.

Erst am Ende des dritten Tracks schlurfen die restlichen „Wild Ones“ auf die Bühne und unterstützen ihren „Bob“ mit Backing Vocals. ‚Shuffle Your Feet‘, der erste Track vom aktuellen Werk, wird schon heftiger umjubelt und als schließlich die Bassdrum – die ihrem Namen alle Ehre machte – durch die gut gefüllte Halle stampft, werden selbst harte Rocker aktiviert. Sehr zeitig wird auch ihre erste [I]Howl[/I]-Single ‚Ain`t No Easy Way‘ gespielt, für mich vielleicht sogar der Song des Jahres. Auch ‚What Happened To My Rock`n`Roll‘ wird früh verbraten, und so spielen sie doch die guten alten Sachen, gekonnt lässig und geben sich halb abgehoben und halb bescheiden, aber definitiv schweigsam.

Gegen Ende des regulären Sets wird noch einmal ein kleiner ruhiger Teil eingeschoben, ehe man im breitbeinigen, vernebelten Rock versinkt.[/BLOCK]

[LEFT]www.blackrebelmotorcycleclub.com

Foto: © Black Rebel Motorcycle Club
Autor: [EMAIL=marceese@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]marceese[/EMAIL][/LEFT]

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