BODI BILL – Berliner Act des Monats Juni 2008


Bumm, Tschak, Fiep.



BODI BILL am 20.11.08 live in Berlin // Lido

Bodi Bill, die Zweite. Kaum ein Jahr ist vergangen, seit ihr Erstling

popmonitor.berlin: Hallo! Erstmal Glückwunsch zur neuen Platte, die ist sehr schön geworden.

Bodi Bill: Danke!

War es euch wichtig, relativ zeitnah zum ersten Release etwas aufzunehmen und zu veröffentlichen? War dies eine bewusste Entscheidung oder hat es sich einfach so ergeben?

Die Entscheidung zum Frühling 2008 die zweite Platte zu veröffentlichen, haben wir bereits vor Release der ersten gefällt. Uns war es wichtig, die neuen ideen auszuarbeiten. Wir wollten wissen, wie sie klingen werden. Außerdem hatten wir gehört, dass die zweite immer die schwerste wäre, weshalb also Zeit verlieren, wenn’s eh schwer werden würde.

Inwiefern unterschieden sich Songwriting und Aufnahmeprozess für Platte zwei im Vergleich zu Platte eins?

Der einzige Unterschied wird wohl die intensivere Arbeitsweise gewesen sein. Wo wir vorher in einem Zeitraum von fast drei Jahren eher sporadisch zusammen gekommen sind, konnten wir jetzt von Oktober bis Januar fast komplett an einer Musik arbeiten.

Wie habt ihr selbst die vielen positiven Reaktionen auf euer Debüt No More Wars wahrgenommen? Wie waren eure Erfahrungen bei der Live-Umsetzung der Platte?

Wir freuen uns immer noch sehr darüber, wenn sich so viele Leute zu einem Konzert von uns treffen. Vielen Dank für die positiven Reaktionen. Allerdings ist das alles ganz allmählich gewachsen – ich meine, dieses Jahr kommt ja nicht noch Rock am Ring dazu – also alles ganz überschaubar. Trotzdem vielen Dank an die vielen Fans und freundlichen Freunde, ohne die wär da ja nix gegangen. Und verbeugung vor der super Arbeit von unserem Label Sinnbusrecords.

Wenn ihr eure Musik selbst mit drei Worten beschreiben müsstet, welche wären das?

Bumm, Tschak, Fiep.

Es gibt bei euch ja oft Verweise auf andere Arten des künstlerischen Ausdrucks (z.B. auf „Der Fänger im Roggen“ beim Songtitel ‚I like Holden Caulfield‘) – wie wichtig ist euch die Verbindung von Musik mit Literatur oder Malerei? Empfindet Ihr euch als interdisziplinär arbeitende Künstler?

In einem Moment, da die Genres verschmilzen, finden wir das schon gut, in einem anderen allerdings auch, z.B. wenn Alex „Der Fänger im Roggen“ liest und überhaupt mehr Leute wieder CDs kaufen. Ich sag Dir, ich hab diesen Monat Unsummen für neue Platten ausgegeben, das tut richtig gut. Ich meine, klar, kam ja auch viel gutes Zeug raus, Le Loup zum Beispiel. Ich bin auch gespannt, wie die Platten von Big A, Little A oder Deerhunter sind. Hast Du vielleicht nen Tip für ne spannende elektronische Platte? Wir hören in letzter Zeit immer so viel mit analogen Instrumenten, das heißt aber nicht, dass die nächste Platte mit Schlagzeug sein wird.



Was inspiriert Euch?

Liebe, Natur, Tiere, Menschen, Schlaf, Musik, die Hängung in der Tillmanns Ausstellung im Hamburger Bahnhof (aber ob uns das musikalisch inspiriert?)
Beats, Nacht, Blitzlicht. „the door was open, but the way was not lit, and there was no way out of my head… on a crimson highway by a crome bumper I last saw you, alive… evening fireflies lit sparks around your head, but wait a minute, let’s back up a bit…“

Auf eurer myspace-Seite findet man das Motto „Wechselt zu Lichtblick“ – erachtet ihr es als notwendig, politische Anliegen zu formulieren, und wie sollten diese eurer Meinung nach in der Musik transportiert werden?

„he’s turned to dust now, one of the chosen few. left out in the rain, out of town again, left out in the rain, ocean bound I guess“

Allerorts wird von der Krise der Musikindustrie gesprochen – eure Meinung zu diesem Thema?

Wer Musik mag, sollte dafür bezahlen, immer dann, wenn es eine Musik verdient hat. Nichts gegen mp3s, allerdings finden wir’s heuchlerisch, wenn Leute sagen, sie mögen unsere Musik, uns das vielleicht ins myspace posten, um darauf ne dvd mit mp3s von ihren „liebsten“ 35 Platten für ihre Bekannten zu brennen. C’mon! Das ist bullshit! Erstens, wer hört sich den ganzen Scheiss an? Und zweitens, wo ist da die Sorgfalt, Auswahl und Liebe zum Detail, die Musik braucht. Will meinen, nichts gegen Überspielen zum Vorspielen, aber bitte nicht Bands verarschen, die davon leben, Musik zu machen.

Welche aktuellen Veröffentlichungen hört ihr gerade?

Le Loup, Yeasayer, Portishead, Deerhunter, Lcd Soundsystem, Aim of Design, Liars.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Im Herbst eine weitere Single-EP, dann eine 12″ für’n Club, Konzerte in Japan und Tasmanien, eine dritte Platte 2010.

Vielen Dank für das Interview!

Das Album:

BODI BILL
Next Time
(Sinnbus / AL!VE)
VÖ: 16.05.2008

www.bodibill.de
www.myspace.com/bodibill
www.sinnbus.de

Fotos © Bodi Bill/David Fischer
Autor: [EMAIL=vincenz.kokot@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Vincenz Kokot[/EMAIL]

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