Boy + Fotos + Me And My Drummer am 05.08.2012 in der Zitadelle Spandau

Es ist kurz vor 19 Uhr am Abend des 5. August. VALESKA STEINER, Ex-Schweizerin und BOY-Sängerin, begrüßt das Publikum in der Zitadelle Spandau. Sie kündigt sogleich ihre erste Vorband, die FOTOS, an, die sie aus der Band-Gründerzeit in Hamburg kennt. Nun teilen sie zum ersten Mal eine Freilichtbühne.

Die vier FOTOS-Mitglieder plustern sich sogleich zu Stadionrock auf und drohen „Hier kommt die Angst!“ (‚Angst‘), wobei sie viel zu leise abgemischt sind. Kühler Pop trifft auf vernebelten Schall. Sänger TOM HESSLER (Gitarre) ist offensichtlich erstaunt, wie unbeweglich seine Zuhörer sind: über hundert hauptsächlich zarte Teenage-Mädchen und ernste Twenties, die männliche Begleitung hält sich dabei im Hintergrund. Selbst den Hit ‚Giganten‘ scheinen nicht viele zu kennen – kaum Fans vor Ort.

Dann sind ME AND MY DRUMMER aus Berlin dran. CHARLOTTE BRANDI im magentafarbenen Halbkleid singt klar und Musical-reif zu ihrem Keyboard, während MATZE PRÖLLOCHS in schwarzem Kostüm für durchdringendes Schlagzeug sorgt. Die sphärische Electronica wie in ‚You’re A Runner‘ und BRANDIs Stimmvolumen machen klar, warum die Band als Geheimtipp gilt. Bei ‚Don’t Be So Hot‘ schaffen sie eine fast jazzige Atmosphäre und schließen mit dem melancholischen ‚My Attitude‘.

Um 20:40 spielt dann BOYs Liveband unterstützt von zwei FOTOS-Mitgliedern auf. STEINER und Bassistin SONJA GLASS, für die es das bisher größte Konzert ist, beginnen in schwarz-weißem Dress mit ‚Drive Darling‘, ihr gesamtes Album abzuspielen. Songs wie ‚Oh Boy‘ sind gekonnt und vorausschauend geschriebener Pop. GLASS beschränkt sich fast ganz auf den E-Bass, und STEINER wirkt glücklich wie die Mädchen vor ihr. Selbst das Gestikulieren mit der Hand, wie es viele Sängerinnen tun, wirkt bei ihr nicht aufgesetzt, sondern niedlich und vertraut. Sie kann das Publikum zum Mitmachen bewegen.

Die Zahnlosigkeit dieser Mädchenmusik – mal von guter Gitarrenarbeit von DENIZ ERARSLAN abgesehen – hat nichts Fades, schließlich sind WIR SIND HELDEN gerade weg und MIA seltsam. Zurück also zu englischen Texten, was bei ‚Boris‘ dann auch bedenklich nah AMY MACDONALD streifen kann. Romantische Lieder wie ‚Waltz For Pony‘ versprechen den Hörerinnen, dass das Glück des Moments auch von Dauer sein kann. Der riesige Ballon auf der Bühne wird zum Mond, vor dem STEINER sich aussprechen darf. Gegen Ende glaubt man, dass die Grundlage für größeren stilistischen Mut gelegt ist.

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