BROKEN SOCIAL SCENE presents KEVIN DREW am 06.10.2007 im Lido

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Mit und ohne Zugaben durch den unerschöpflichen Broken Social Scene-Kosmos…
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Im September erschien mit Spirit If… das mit zahlreichen aus dem (erweiterten) BSS-Umfeld stammenden Mitstreitern sowie Gästen wie J. Mascis (Dinosaur Jr.), Scott Kannberg (Pavement) oder Emily Haines (Metric) aufgenommene Solodebüt von BROKEN SOCIAL SCENE-Mastermind KEVIN DREW, dem in der Reihe „Broken Social Scene presents…“ noch weitere Solowerke der Musiker des relativ offen gehaltenen kanadischen Musikerkollektivs folgen sollen.

Live haben sich BROKEN SOCIAL SCENE über die letzten Jahre ja – absolut zu Recht – einen fast schon legendären Ruf erspielt, nicht selten hatten die Auftritte mit bis zu zehn Musikern und mächtiger, teilweise mit fünf und mehr Gitarren erzielter Dichte den Touch wahrer Messen von fast schon sakraler Anmut, die Indierock in selten gehörte neue, atemberaubende Sphären hievte.

Beim „Solo“auftritt von KEVIN DREW im mit knapp 500 Besuchern hervorragend gefüllten Lido in Berlin-Kreuzberg sollte es diesmal dann aber – vielleicht doch ein wenig der Betonung des Solocharakters geschuldet – insgesamt etwas weniger opulent zugehen, „lediglich“ insgesamt sechs, nur zum Teil altbekannte Gesichter von BSS „verloren“ sich auf der Bühne, um die ohnehin zum größten Teil etwas lichter gestalteten und schwungvolleren Songs von Spirit If… auf die Bühne zu bringen, die dann allerdings oft und gerne zu der gleichermaßen gewohnt fein ziselierten wie breitwandigen, dreigitarrig verstärkten Soundästhetik anschwollen.
Ihrem Ruf als echte Vollblutmusiker gerecht werdend, wurde natürlich auch an diesem Abend ein munteres Instrumenten-Hopping vollführt, so wechselten die Musiker gerne mal von Gitarre zu Bass zu Keyboard und zurück, und auch den Gesang überließ KEVIN DREW einige Male dem eigentlich angestammten Keyboarder oder Bassisten vorne in der Bühnenmitte.

Der unterhaltsam austarierte Wechsel von flott indierockigen (‚Back Out On The…‘, ‚F-ed Up Kid‘, ‚Lucky Ones‘) und keyboard- bzw. rhythmuslastigeren (‚Frightening Lives‘, ‚Tbtf‘) älteren, vorwiegend von KEVINs Album stammenden sowie gänzlich neuen Songs sollte schließlich in einen herrlich episch und lärmig aufbereiteten älteren BSS-Song inkl. tanzendem Besucherpärchen auf der Bühne kulminieren, der als zweite Zugabe von der Band performt wurde („that was the second encore…“), ohne dass sie zuvor in freundlicher Abstimmung mit dem Publikum die Bühne überhaupt verlassen hätte.
Dies unterstrich ebenso die das Set über vorherrschende sympathisch kommunikative, schon mal spaßig-ironische Note wie zuvor die Frage, ob für einen gerissenen Gitarrengurt („the worst thing that could happen…“) nicht doch der Gürtel eines Musikers als adäquater Ersatz in Frage käme. Bis ein Ersatzgurt aus dem Backstage aufgetrieben werden und im Programm fortgefahren werden konnte, wurde von den anderen kurzerhand einfach mal New Order’s ‚Blue Monday‘ im typischen BSS-Style angespielt, was dem Unterhaltungswert logischerweise keinerlei Abbruch tat.

Zum erstklassigen Ausklang des Auftritts wurde die Band dann doch noch vehement zu einer „echten“ Zugabe zurück auf die Bühne applaudiert, um den abschließenden Singalong des Albums mit Unterstützung eines vielstimmigen Besucher-Chores zu einer einsamen Akustikgitarre zum Besten zu geben. Ein angemessener, nahezu feierlicher Abschluss eines wie immer wunderbaren Konzerts des kanadischen Musikerkollektivs. See you next time, guys!

www.arts-crafts.ca/kevindrew
www.cityslang.com

Foto © City Slang/ Jesse Senko

Autor: [EMAIL=thomas.stern@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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