Clara Luzia „Nemesis Tour“ | Dienstag 26.01.16 | Privatclub

Dienstag 26.01.2016
CLARA LUZIA (AT)
Einlass 20:00 Uhr
Beginn 21:00 Uhr
Abendkasse: 16 Euro
Tickets im Vorverkauf:
www.adticket.de/claraluzia

Privatclub
(Berlin-Kreuzberg, Skalitzer Str. 85-86, U-Bhf. Schlesisches Tor)

CLARA LUZIA

Foto: Mirjam Unger

„I feel that it’s a pissed off album, but in a sophisticated pissed off way. The way you are pissed off with a crooked smile and a raised eyebrow. Because you know you are more clever than that.“
(Denice Bourbon)

Yes, it’s fucking political!

Wie auch nicht? Wir haben die magische 7-Mrd-Menschen-Marke überschritten, pseudoreligiös unterfütterte Abstrusitäten bieten Orientierungslosen neuen Halt, die Festung Europa verteidigt mit Zähnen und Klauen ihren Wohlstand, und Umwelt und Tiere siechen dank unserer bodenlosen Gier vor sich hin.

Dennoch ist „Here’s To Nemesis“, das mittlerweile sechste Studioalbum von CLARA LUZIA (VÖ: 09.10.2015), keine Platte, die nach dem Strick greifen lässt. Denn mit dem Arsch ins Gesicht fährt Luzia trotz allem nicht. Die Texte sind codierte Erzählungen über die Suche nach dem richtigen Leben im falschen: Wer sie verstehen will, kann sie leicht entschlüsseln. Wer die Comfort Zone nicht verlassen will, wird auch in der der herbsten Kapitalismuskritik ein softes Liebeslied hören. Und das passt auch so. Sind die Lieder einmal ins Außen entlassen, hat die Verfasserin kein Deutungsmonopol mehr. Doch wer zuhört gewinnt.

„It’s very raw and not too much stuff. There are no unnecessary decorations because the album doesn’t need it, the songs don’t need it. I feel that they have the exact amount of things added to the base structure, which gives the album a lot of attitude.“
(Denice Bourbon)

Nach Jahren mit großer Band und entsprechend dichtem Klang riss sich Clara nun die Kleider vom Leib. Übrig bleiben Haut und Knochen in Form von Bass, Gitarre, Schlagzeug. Blaupause für den Sound von „Here’s To Nemesis“ stellte 2014 die Interpration von „Sinnerman“ für Andreas Prochaskas Erfolgsfilm „Das Finstere Tal“ dar. Catharina Priemer, die Neue am Schlagzeug, wies Clara den Weg zu schwingenden Tremolo-Gitarren, die viel Raum lassen für Stimme und Leerstellen. Der britische Produzent Julian Simmons erledigte den Rest, indem er in vielen von Claras Kompositionen das Tempo rausnahm, um diesen Schwingungen auch gebührend Platz zu lassen.

Das Cover-Artwork von Alexandra Mia Monkewitz zeigt eine Nuss, einen Kern als Metapher dafür, dass der Kern allen Seins in allem steckt. „We are all seeds of the same tree“ (Cosmic Bruise) – die wichtigste Erkenntnis, die für Clara Luzia alles verändert hat. Der Schlüsselsatz des Albums. Die Achse als Hinweis auf die Waagschale der Nemesis, der Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit. Auf
ihr ruht die ganze Hoffnung. Und die Hoffnung lebt – trotz allem.

www.claraluzia.com
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