DEAR READER am 15.04.2009 im Lido


Just Like Honey.



Dear Reader, Foto: Markus Maschwitz

Tropische Hitze im vollgepackten Lido, da dürften sich DEAR READER gleich wohl gefühlt haben auf der Bühne, herrscht doch in ihrer Heimatstadt Johannesburg derzeit eine Temperatur von kuscheligen 35 Grad.

Nach ihrem fulminanten Berliner Debütauftritt als Support von SOPHIA Anfang dieses Jahres im Admiralspalast .

Besonders sympathisch: Cherilyn hat ihre Schüchternheit immer noch nicht ganz abgelegt und muss sich fast dazu zwingen, ein paar Späße zu reißen, und so brauchten sowohl die Sängerin als auch das Publikum etwas Zeit zum Auftauen. Trotz Bad Hair Day (falls das so gewollt war, entschuldige ich mich an dieser Stelle) ist es eben diese charmante und liebenswerte Art, die einen diese mädchenhafte Frau sofort ins Herz schließen lässt. Erster Höhepunkt des Abends: ‚The Same‘, ein Appell an ein Gemeinschaftsgefühl im immer noch so zerrissenen Heimatland der Band. Im darauf folgenden ‚Dearheart‘ zeigt sich, dass die Bratschenspielerin eine gute Investition war, auch wenn sie vielleicht etwas sparsamer eingesetzt werden sollte. Hier jedenfalls passt das Streichinstrument hervorragend und unterstreicht die düstere Note. Immer wieder verwundernd ist das Timing von Keyboarder und Sound-Looper Darryl Torr. Zwar braucht er öfter mal etwas länger, um all seine Kabel an der richtigen Stelle einzusetzen (was der so unschuldig und rein wirkenden Cherilyn dann fast so etwas wie Häme entlockt, ein weiterer Bonuspunkt), wenn sich aber mal auf einen Anfangspunkt geeinigt wurde, passt alles bis auf den Bruchteil der Sekunde. Beeindruckend.

Nach ‚Great White Bear‘ ist das Publikum vollends gelöst und belohnt die Band mit einem Applaus, der so heftig ist, dass sich DEAR READER genötigt fühlen, zu erwähnen, dass das noch nicht das Ende des Konzerts bedeutete. Als es dann so weit ist, gibt es noch zwei Zugaben, irgendwie scheinen sie selbst noch nicht begriffen zu haben, dass sie so richtig gefeiert werden. War der Auftritt im Admiralspalast intimer und nicht zuletzt durch die Bestuhlung ruhiger gestaltet, haben DEAR READER mit ihrem Lido-Gig bewiesen, dass sie durchaus fähig sind, ein Biertrinkerpublikum in ihrem Bann zu halten und sogar ein bisschen zu rocken. Mehr davon bitte!

www.dearreadermusic.com
www.myspace.com/dearreadermusic
www.cityslang.com

Autor: [EMAIL=sandra.wickert@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Sandra Wickert[/EMAIL]

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