DOVES – Kingdom Of Rust


Vermisst: Drei Musiker aus Manchester.



Die hier als Teaser und in der Presseinfo zum nach über vier Jahren erschienenen neuen, vierten Album des Trios aus Manchester vorangestellte, noch um den Nachsatz „Zuletzt gesehen im Dezember 2005“ erweiterte (fiktive) Vermisstenmeldung spielt angesichts der langen Funkstille etwas überspitzt (und natürlich augenzwinkernd) mit der sich bereits sicherlich bei dem ein oder anderen Fan manifestierten Befürchtung, die spätestens mit dem Meisterwerk The Last Broadcast (2002) auf den Brit-Olymp emporgestiegenen DOVES könnten sich nach ihren bisherigen drei Album-Veröffentlichungen heimlich, still und leise aus der hektischen Betriebsamkeit des Musikbiz ins ländliche Idyll zurückgezogen haben.
Zwar hatten sie sich in den vergangenen Jahren tatsächlich genau dahin begeben, doch glücklicherweise natürlich nur, um in aller gebotenen Ruhe auch für Album Nr. 4 dem von jeher an sich selbst gestellten Anspruch auf musikalische Formvollendung in einer die übermäßig vorhandene kreative Energie kanalisierenden Abgeschiedenheit eines zum Aufnahmestudios umfunktionierten Bauernhofs auch diesmal wieder zu genügen.

Wie ihre auf ähnlichen stilistischen Pfaden wandelnden und sich derzeit verdientermaßen in ungeahnter (auch kommerzieller) Popularität aalenden Manchester-Buddies von Elbow haben es auch die DOVES auf ihren bisherigen Alben bzw. in all den Jahren ihres gemeinsamen künstlerischen Schaffens meisterlich verstanden, ihren gerne breitwandig aufgetürmten, aber immer auch von Ecken und Kanten durchsetzten sehnsüchtigen (Indie-) Pop mit wohldosiert integrierten Versatzstücken aus Progrock, Psychedelia oder Electronica zu versehen, um nicht zuletzt auch dadurch immer wieder jedweder etwaige aufkommenden rückwärtsgewandten Routine zu entsagen, als mantraartig befolgtes Band-Credo, sozusagen.

Und so ist auch Kingdom Of Rust nach dem vielleicht gegenüber den ersten beiden DOVES-Alben hier und da etwas abfallenden Some Cities (2005) mit einem glänzend austarierten Nebeneinander von bekannt hymnischer Popaffinität und experimenteller Fragilität nichts anderes als ein neuerliches Meisterwerk dieser beinahe schon verschollen geglaubten großen britischen Band.

DOVES
Kingdom Of Rust
(Virgin/ EMI)
VÖ: 03.04.2009

www.doves.net
www.myspace.com/dovesmyspace

Autor: [EMAIL=thomas.stern@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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