Dreathar – Submerged

Na, das ist fleißig. Keine drei Monate nach dem selbstbetitelten Debüt kehrt das Dungeon-Synth-Projekt DREATHAR erneut mit einer Platte zurück. Das dämonische Coverbild ist diesmal allerdings irreführend, denn es geht nicht wieder um Fantasy. Vielmehr könnte es sich hier um den Soundtrack eines Historiendramas handeln. Als kurze Rahmenhandlung teilt der Künstler mit, dass es um den Tod eines Kleinkriminellen geht, des Schmugglers Duarte.

Zu Anfang sind freundliche Synthies zu hören, mit denen in „The Sun Burns Off the Fog of Another Morning“ über fünf Minuten der neue Tag heraufdräut. Dunkle Bässe und Streicher zeigen das emsige Werk der Hafenarbeiter („The Work Of The Stevedores“). Unter ihnen ist wohl auch Duarte.

Gefährlich wird es für ihn in „Night Work Amongst The Storm“: Im funkelnden Mondlicht verrichtet er den Schmuggel mit der heißen Ware, während am Horizont ein Sturm aufzieht. Ist es das Wetter oder wurde er ertappt? Im Titelstück ist er in die Ruhe fast stiller Synths untergetaucht. Ging er über Bord oder hat er sich versteckt?

Am nächsten Morgen hört man in „The Gulls Grow Fat“ die Möwen am Hafen und eine traurige Akkordeon-artige Musik verheißt, dass seine Leiche gefunden wird. Ist er ertrunken oder ermordet worden? Sodann erklingen die Glocken, doch in „An Empty Chapel for a Lonely Man“ findet sich niemand, Duarte zu betrauern. Tragische Dungeon Synth-Musik, wie sie im Vorgängeralbum zur Niederlage des Helden erklang, stellt sein Schicksal aus. Auf ihn wartet nur ein eifrig geschaufeltes, vergessenes Grab („A Pauper’s Grave on a Windswept Hill“). Entstanden ist eine winzige, zeitlose Sozialstudie. Das Leid der kleinen Leute, wie es wohl schon immer bestand, betont auch der Kollege DEPRESSED COMMUNIST

 

Dreathar
Submerged
(Selbstvertrieb)
VÖ: 02.05.2026

Album auf Bandcamp

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