Far – At Night We Live

Far - At Night We Live

Und wieder mal eine Reunion. FAR aus Sakramento dürfen als Vorreiter der Emo-Bewegung gelten. In den 90ern verblieben sie in ihrer Post-Hardcore-Szene und wurden dann mit zu den Protagonisten der Crossover-Welle gezählt. Nach ihrem gefeierten Album Water & Solutions lösten sie sich 1999 auf. Vor zwei Jahren kamen sie wieder zusammen, um ihren alten Fans unter dem Pseudonym HOT LITTLE PONY noch ein paar gute Konzerte zu gönnen. Entsprechend fällt das neue At Night We Live nostalgisch aus.

Nach dem Split hatten sich alle vier Mitglieder in anderen Bands verdingt. Sänger JONAH MATRANGA (Gitarre) zum Beispiel startete ein Soloprojekt (ONELINEDRAWING) und gründete zwei Bands (NEW END ORIGINAL, GRATITUDE). Als er mit seinen früheren FAR-Kollegen wieder zusammenkam, stand nur der Spaß am Spielen im Mittelpunkt. Ein Ergebnis war das R’n’B-Cover ‚Pony‘, das auf Myspace in ungeahnte Höhen gevotet wurde und sich als Single gut verkaufte. Von dieser Überraschung beflügelt, war es nicht weit zum neuen Album.

Der Opener ‚Deafening‘ schließt mit bekannten Riffs und Hooks denn auch an die guten Zeiten an. Die Songs sind leicht gezeichnet, die Texte relativ kurz. Das klaviergestützte ‚If You Cared Enough‘ und das poppunkige ‚Give Me A Reason‘ machen verständlich, warum FAR so manche Emoband inspirierte. Und ‚Fight Song #16,2333,241‘ ist eindeutig für die springende Fangemeinschaft geschrieben, nicht aus Wut, sondern aus Freundschaft.

Das Titelstück und damit das Album ist dem Basser der DEFTONES, CHI CHANG gewidmet, der seit langem schon im Koma liegt. FAR haben mit den DEFTONES bereits die Bühne geteilt, können sich deren Stil nähern (‚Dear Enemy‘) und sind ihnen freundschaftlich verbunden. So träumte MATRANGA nach einigen Krankenhausbesuchen von CHANG und greift in ‚At Night We Live‘ die Thematik auf. Glaubten die Menschen doch einst, im Traum könnten die Seelen Raum, Zeit und Tod überwinden.

Trotz Anflügen an alte Qualität ist hier nichts Gigantisches oder gar Neues geschaffen worden. Die Fans können sich trotzdem auf neue Hymnen und die alten Helden freuen.

FAR
At Night We Live
(Arctic Rodeo Recordings / Soulfood)
VÖ: 28.05.2010

www.thebandfar.com
www.myspace.com/far

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