FIRST TAKE Vol. 15


Heute mit: LEASH, GESH und DEZEMBER*KIND

LEASH



„How do you like our new songs?“ fragen die die drei Wahlberliner Ilja Koester (voc, guit), Dominik Busch (bass) und Pascal Gemmer (drums) auf ihrer myspace-Seite angesichts der Veröffentlichung ihrer aus 4 Tracks bestehenden Debut-EP. Die Antwort könnte eindeutiger nicht ausfallen: „A lot!“.

‚Don’t Wanna‘, ‚ Enemy‘, ‚Overrated‘ und ‚Babylicious‘ sind allesamt ganz hervorragende Songs, die stolz und geschmackssicher zwischen atmosphärischem Indierock, tanzbarem Elektro und 80er Wave und Punk changieren. Dabei gelingt es LEASH – trotz oder gar wegen des gewissen Quäntchens Massenkompatibilität – anspruchsvolle Popmusik zu kreieren, die ob des Gespürs für hymnische Melodien und spannungsgeladene Arrangements zu beeindrucken weiß.

LEASH spielten bereits live unter anderem mit Bands wie Forward Russia, The Man, Super 700 und Polarkreis 18. Gerade war das Trio Support für Maximo Park in der Kölner Live Music Hall. Diese bemerkenswerte Livebilanz ist auch ein sicheres Indiz für das durchaus internationale Format dieser Musik, und es sollte hoffentlich nur eine Frage der Zeit sein, bis es ein Label Koester, Busch und Gemmer ermöglicht, ihr Debütalbum aufzunehmen.

LEASH spielen live am 28.06.2007 im Rosi’s, am 13.07.2007 auf dem MELT! Festival und am 20.07.2007 (mit Phonokill und Westpack) beim www.leash-music.com
www.myspace.com/leashberlin

GESH



Noch in der Besetzung Johannes Röhmel (voc, guit), Astrid Fischer (bass), Julian und Gabriel Hopfenmüller (drums/perc) und Daniel Stolz (keys) haben GESH das uns vorliegende Demo aufgenommen. Mittlerweile hat Tastenmann Daniel Stolz die Band verlassen. Die Band sucht daher einen neuen Pianisten/Keyboarder. Meldet Euch bei Interesse und entsprechenden Kentnissen unter: [EMAIL=info@gesh.de“>info@gesh.de[/EMAIL].

GESH machen „Sitzrock“, wie sie es nennen, und in der Tat trifft es diese leicht selbstironische Beschreibung ganz gut. Dem melodiösen Akustikrock der fünf Musiker liegt eine angenehme Entspanntheit zugrunde, die Songs kommen enorm flüssig, wenn auch ein wenig brav daher. Mit ‚Timmey‘ und ‚My Britt‘ enthält das Demo zwei wirklich schöne Songs, die Vergleiche mit David Gray oder Ray Lamontagne nicht zu scheuen brauchen. Röhmels vorzüglicher Gesang kommt hier besonders zur Geltung, das Klavier sorgt für ein starkes Fundament in der insgesamt sehr facettenreichen Instrumentierung.

www.gesh.de
www.myspace.com/geshmusic

DEZEMBER*KIND



„Sie sind anrührend unter diesem Flair von Wehmut, gleichzeitig trotzig entschlossen. Sie haben eine Geschichte und das spürt man.“ So fasst ein Besucher seine Eindrücke eines DEZEMBER*KIND-Konzertes zusammen. Katharina Biebrich (voc, guit) und Sylvia Eulitz (violoncello) haben sich dem „Neuen Berliner Akustik Folk/Rock“ in deutscher Sprache anstelle von globaler „Latte Macchiato-Musik“ verschrieben und im vergangenen Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt Dezemberkind veröffentlicht.

Der Begriff der globalen „Latte Macchiato-Musik“ bezieht sich übrigens auf den in der Oktober-Ausgabe (2006) des KulturSPIEGEL erschienenen Artikel von Christoph Dallach, der unter der Überschrift „Lauwarmer Milchkaffee“ schrieb: „Wie Sitzwürfel und Ledersessel gehören die Melodien von Dido und Norah Jones zur Einrichtung von Coffeeshops: gefällig, geschmackvoll, glatt.“ Und weiter: „Sie produzieren Lieder, die keine Unterhaltung stören und auf die sich weltweit Millionen freundlicher Menschen einigen können.“ …

So ist es. Und genau so verhält es sich eben nicht bei DEZEMBER*KIND. Hier wird nicht beliebig austauschbar mit beschränkten kompositorischen Mitteln gesäuselt. Die beiden gebürtigen Berlinerinnen sind daher keinesfalls in ein vorgefertigtes, musikalisches Raster einfügbar und bewegen sich weit abseits vom derzeitigen Mainstream in Sachen Singer/ Songwriter, sondern vielmehr im Spannungsfeld zwischen melodiös/ poetisch und experimentell/ aggressiv/ schräg. Dezemberkind ist Lichtjahre entfernt von jenen weichgespülten Schmonzetten, die die sogenannte „Latte Macchiato-Musik“ so unerträglich machen. Es steht dagegen für einen enorm ausdrucksstarken, kraftvollen musikalischen Auftritt dieser zwei Frauen, getragen von treffsicherer, bissiger Lyrik. Dezemberkind ist anders; es ist ungewöhnlich und es ist gut.

www.dezemberkind.de
www.myspace.com/dezemberkindmusic

Foto: © LEASH / GESH / DEZEMBER*KIND
Autor: [EMAIL=jana.schuricht@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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