GARY am 13.12.2004 im Mudd Club

Viele waren am vergangenen Montag nicht gekommen, um sich GARY anzuschauen. Da war sogar ihr letztes Berlin-Konzert vor einigen Wochen in der Garage Pankow stärker besucht. Persönliches Fazit: Einmal GARY hätte auch gereicht!

Zugegeben: Ich hatte mich tatsächlich durch eine kleine, blauäugige und Montagsparty-bejahende Schnecke aus meinem engen Freundeskreis breitschlagen lassen, mir GARY noch einmal anzusehen. In der durch leise anklopfende Zweifel durchzogenen Hoffnung, der musikalische Output von GARY hätte sich binnen weniger Wochen zum Positiven gewandelt, machte ich mich also auf den Weg. Viel war mir ja von dem letzten Konzert nicht wirklich im Gedächtnis geblieben, also hatten sie eine erneute Chance verdient… dachte ich zumindest.

Für jemanden, der nicht wissen sollte, wer GARY ist: Es ist das Lieblingsprojekt („Schauspielerei ist mein Beruf, Musik meine Leidenschaft.“) von Deutschlands Lieblings-Jungschauspieler Nummer Eins, ROBERT STADLOBER. Die Band ist derzeit unterwegs, um ihr erstes, 2002 erschienenes Album The Lonely Cnorve Machine live zu präsentieren.

Die Rollen sind klar verteilt bei GARY: Der Österreicher übernimmt den Gesang, unbegreifbar tiefsinnig-chaotische Einwürfe und scheinbar lyrische Anekdötchen sowie die rotzige E-Gitarre. Mentale wie musikalische Unterstützung bekommt er hierbei von einem Braunschweiger am Schlagzeug und einer Braunschweigerin an der (natürlich!) Bassgitarre.

Normalerweise würde man jetzt erwarten, dass sich dieser Bericht nun an der Besonderheit und dem schweren Los des alleinigen weiblichen Wesens bei GARY (frei nach dem Motto: allein unter Wölfen… wie kommst du denn mit denen da klar?!) orientieren würde, doch dies gedenke ich nicht.

Auch möchte ich mich nicht wie viele andere über Roberts Rollenambiguität zwischen Schauspielerei und Musikerdasein auslassen, obwohl mir es beim ersten Konzertbesuch relativ schwer fiel, GARYs Musik losgelöst von seinem Frontsänger zu betrachten, beherrscht er doch prägnant das gesamte Bandgefüge.

Aber unter uns gesagt: Neben diesen Themen gibt es eigentlich Nichts, was über GARY berichtenswert wäre, denn rein musikalisch gesehen ist die Band ziemlich belanglos.

Die Songs von STADLOBER klingen natürlich sehr verloren und melancholisch, man hatte ja auch keinen voran treibenden Funk-Pop erwartet. Dies wäre ja auch ein guter Ansatz, nur ist es bei GARY leider so, dass Robert nicht nur die verbale Regie übernimmt, sondern auch in jeglicher Hinsicht akustisch dominiert und die Band daher alles andere als groovig klingt. Dies hat nicht zwingend mit den instrumentellen Fähigkeiten des Frontmanns zu tun, sondern schlichtweg am Nicht-Zusammenspiel der Band.

Sehr verloren wirkten die beiden anderen Musiker auf der Bühne, es klang verdammt danach, als ob jeder seinen Stuff „herunter“ spielte.

Die Band GARY scheint wohl lediglich eine weitere Verwirklichung auf STADLOBERS „To Do“-Liste zu sein, im nicht unerheblichen Maße wird ihr zähes Live-Dasein wahrscheinlich auch durch eine inadäquaten Vorbereitung auf ihre Tour beeinflusst sein, wie man aus Insiderkreisen vernehmen konnte.Vielleicht sollte sich der Urheber des obigen Zitates mehr Muße für seine Leidenschaft nehmen?!

http://www.deathtogary.de

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