…TRAIL OF DEAD + MIGNON am 08.12.2004 in der Maria


Knüppel aus dem Sack: Vorweihnachtliche Punk’n’Noise-Ekstase in der Maria.



Nach einem gewohnt durchgeknallten Support von der Wahlberlinerin MIGNON und ihrer Gespielinnen, die einen schlampig-trashigen, komplett vom Band kommenden ohrenbetäubenden Elektropunk inklusive fetter Metal-Riffs durch die Maria jagten und mit wechselnden Outfits, funkensprühendem Schleifgerät sowie grandiosen Catch-Einlagen zumindest eine unterhaltsame Performance boten, lieferten die texanischen Punk’n’Noise-Irrwische AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD (um genau zu sein) zum Auftakt ihres durchgängig mit zwei Drummern bestrittenen Sets ein ungemein fulminantes Sound-Gewitter zuzüglich ausgelassen scheppernder Voodoo-Wirbel, das den Auftakt zu einem energetischen Rock’n’Roll-Feuerwerk der Spitzenklasse bilden sollte.

Nach ihrem extrem noiselastigen Geniestreich Source Tags & Codes von 2002 steht die Veröffentlichung des neuen Albums Worlds Apart Anfang nächsten Jahres unmittelbar bevor, und Gerüchte, dass sich die Texaner auf diesem Album eingängiger, melodiöser und insgesamt zahmer präsentieren werden, wurden zumindest bei ihrem Live-Auftritt in der proppevollen Maria auch angesichts der dargebotenen drei, vier neuen Songs zunächst einmal eindrucksvoll ausgeräumt.

Zwar gehörten auch live die differenzierteren, mit verdichtet-retardierenden Noise-Breaks aufwartenden genialen Stücke wie ‚It Was Then That I Saw You‘ oder ‚Another Morning Stoner‘ zu den absoluten Highlights des Gigs, doch insgesamt dominierte über die gut 80 Minuten doch ein in dieser Konsequenz relativ unerwarteter rauer Abgeh-Punk mit klassischer ‚Fuck You‘-Attitüde inklusive typischen, natürlich äußerst umterhaltsamen Rock-Gebarens mit wildem Stagediving von Band und Fans, halsbrecherischen Stürzen auf der Bühne und zertrümmertem Instrumentarium.
Drummer/Gitarrist und (Main-) Singer/Gitarrist wechselten beinahe bei jedem Song ihre ursprünglich angestammten Positionen, da ersterer doch vor allem für die die Stimmbänder malträtierenden Scream-Vocals der meist älteren, brachial nach vorne geprügelten Punksongs und die zugehörige wilde Bühnenperformance zuständig war.

Beim letzten Song des Sets stürmten dann auch wieder die verrückten, (kunst-) blutverschmierten MIGNON-Mädels die Bühne und warfen sich auf die Musiker, sodass der Gig letztlich in einem irrwitzig anmutenden trashigen Rock’n’Roll-Schauspiel seinen absolut standesgemäßen Ausklang fand.
Natürlich hatten zu diesem Zeitpunkt auch Teile des Instrumentariums ihr jämmerliches Ende gefunden, und nach einer ekstatischen Punk’n’Roll-Achterbahnfahrt mit mitreißendem Indie- und Emorock sowie jeder Menge Punk in beeindruckend mächtigem Sound lag am Ende alles in blutverschmierten Trümmern. Wild, leidenschaftlich … manisch. So soll’s sein!

http://www.trailofdead.com

Autor: [EMAIL=thomas.stern@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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