Goldfrapp – Tales Of Us

Tales_Of_Us_-_Packshot

Es ist nun 12 Jahre her, da ALISON GOLDFRAPP auf den Felt Mountain stieg – im Rucksack den Kopf ihres Geliebten (‚Lovely Head‘). Rechts und Links ihres Weges wuchsen elektronische Wälder ihres Partners WILL GREGORY empor, an denen sich ihre elfengleiche Stimme gen Himmel emporschwang. ALISON pfiff ‚Das Lied vom Tod‘ (Ennio Morricone), an das auch das neue ‚Stranger‘ erinnert. Es entstammt der neuesten Produktion des Duos. Auf ein Elektro-Album folgt so erneut ein akustischeres.

ALISON schmiegt sich in den Verlauf der Arrangements und GREGORY spielt so gern mit ihrer Stimme, dass der Hörer wieder nicht weiß, was nun echter Klang und was bearbeitet ist. Jedes Stück ist einem einzelnen Menschen gewidmet. Piano und Streicher erklingen melodramatisch, wenn ALISON etwa ‚Laurel‘ mit tiefer Stimme besingt.

Wie zaghaft und zerbrechlich entwickelt sich dagegen ‚Annabel‘ mit Akustikgitarre und hoher Stimme. Ganz auf postmoderner Linie in der Faszination fürs Intersexuelle (‚Stranger‘) handelt der Text und das dazugehörige Video von einem Kind in der magischen, prä-pubertären Phase, in der es sich noch nicht auf Mädchen oder Junge festlegen muss. Man denke nur an den Kinofilm „Tomboy“ (2011). Die bisexuelle Künstlerin schenkt dem Kind in dem ruhig erzählten Musicclip die Identität.

Den Abschluss bildet das Stück ‚Clay‘, das wiederum von zwei jungen Männern handelt, die sich zu Kriegszeiten ineinander verliebten – eine tragisch wahre Geschichte in einem galanten Popsong.

So persönlich und ruhig, so leicht zugänglich, aber auch dahin plätschernd, hat man GOLDFRAPP noch nie gehört. Kann man bei der ewigjungen ALISON überhaupt von einem reifen Werk sprechen? Ohne Interesse für das Billig-Pop-Biz ist ein wohlüberlegtes Werk entstanden, das den Felt Mountain zwar zitiert, aber nicht überragt.

Am 4.3.14 kommt international für eine Nacht der halbstündige Film zum Album in die Kinos. Die Regisseurin Lisa Gunning verfilmte dazu Episoden, die von den Songs ‚Stranger‘, ‚Laurel‘, ‚Jo‘, ‚Drew‘ und ‚Annabel‘ inspiriert sind.

GOLDFRAPP live in Berlin am 23.10.13 im Heimathafen Neukölln

GOLDFRAPP
Tales Of Us
(Mute Records)
VÖ: 06.09.13

www.goldfrapp.com
www.myspace.com/goldfrapp
https://www.facebook.com/Goldfrapp
http://vimeo.com/84412604

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail