
Punkrap liegt im Trend. Kein Wunder: Es gibt zig Gründe wütend zu sein, doch die heutige Jugend ist zwar mit Poppunk aufgewachsen, äußert sich aber mit Rap. Das DUO H099O9 (gesprochen: „Horror“) aus LA haut nach den EPs Mutant Freax (2014) und Horrors Of 1999 (2015) sowie dem Mixtape Dead Bodies In The Lake (2015) ihr Debüt raus. Das sind THEOGM (Vocals, Programming) und EADDY (Vocals, Gitarre, Bass). Der Ouroboros in ihrem Bandlogo zeigt ihr Weltbild, dass sich die Geschichte wiederholt.
Natürlich beginnt „U. S. H.“ mit einem Kinderschwur auf die Flagge, wie das auch schon EMINEM durchzog („Mosh“). Dann wird auf schäbigsten Beats brüllend „War Is Hell“ verkündet: „World power – Rest in peace! Fuck the pigs! Love your enemies! Eat the rich ‚till you make ‚em bleed. Then you kill ‚em all. Then repeat!“ Sex, Religionskritik und Gewalt liegen hier stetig auf der Zunge, wie man das auch von den unpolitischen INSANE CLOWN POSSE kannte. „War Is Hell“ wurde übrigens von DAVE SITEK (TV ON THE RADIO, YEAH YEAH YEAHS) produziert.
„Street Power“ ist ein aggro Punkrock mit Rap-Verses. Das macht Spaß und heizt die Crowd mit Sicherheit auf. Hier soll gepogt werden. Wer mehr Punk hören will, muss sich bis „Sub-Zer0“ gedulden, das von NICK LONG (DARK WAVES) und BRANDON PERTZBORN (THE OFFSPRING, MARILYN MANSON, SUICIDAL TENDENCIES, BLACK FLAG) unterstützt wird.
Geil und düster sind Tracks wie „Face Tatt“ mit Hardtechno-Beats. Mit „Bleed War“ ist sogar ein Smasher für die Angry Disko dabei. Nach etwas Erholung bei Lofi-HipHop („Feels Like …), geht es mit „City Rejects“ und dem Titelstück (beide auch von Sitek) wieder in die Vollen.
Das gruselige Outro „Blaqq Hole“ wurde von ERIC HOEGEMEYER (CRUD) zusammengestellt. Es schließt ein Album, das wie kaum ein anderes Rapcore und Punkrock harmonisch vereint. Hier ist Abriss angesagt.
Ho99o9
United States of Horror
(Deathkult)
VÖ: 05.05.17