I’M NOT A BAND – Berliner Act des Monats August 2010


Der Traum von einer Band oder die gelungene Symbiose aus Geige und Electro.



Update: I’M NOT A BAND am Freitag, 22.07.2011 live @ Rosi’s Berlin (w/ BROCKDORFF KLANG LABOR)

Seit einiger Zeit macht das von Mastermind Stephan Jung gegründete Duo von der Bielefeld-Show im Kamp), stand uns Stephan kurz vor dem Auftritt von I’M NOT A BAND im Rahmen von + ), wie würdest Du dein Gefühl am Tag der VÖ beschreiben und welche Erwartungen verknüpfst Du mit der Veröffentlichung?

Es war ein unglaublich erleichterndes Gefühl. Ich fühlte mich, als wäre ich ein Stück weit zu Hause angekommen. Mit der Unterstützung von Auf die Plätze und dem Release im Rücken ist mir deutlich geworden, dass I’m not a Band mittlerweile für mich und die Leute keine dumme Rumspielerei mehr ist. Das gibt mir natürlich Auftrieb und Bestätigung, weiterzumachen.

Die erste Sängerin Jana ist ja wegen Schwangerschaft ausgestiegen. Bedeutete dies eine Art Zäsur für Dich und wie schwierig gestaltete sich die Suche nach einem adäquaten Ersatz?

Natürlich war das ein einschneidender Punkt, schließlich habe ich mit Jana gemeinsam die Entwicklung von den ersten tapsigen Schritten hin zu zahlreichen großen Konzerten, auch im Ausland, gemacht. Für diese Zeit danke ich Jana, und sie war und ist für I’m not a Band sehr wichtig. Zunächst hatte ich gar keine Ideen, wie die Zukunft aussehen sollte. Zum Glück hat meine beste Freundin Marie sich sofort bereit erklärt, ein paar Shows für den Übergang zu bestreiten (was übrigens ein sehr schönes Gefühl ist, mit ihr diese Erfahrungen teilen zu können). Und dann war es ein echter Glücksfall, wie unkompliziert und schnell Kassandra dazugestoßen ist.

Kassandra spielt ja praktischerweise auch Geige, hat das den Ausschlag gegeben, sie auszuwählen und hat sich dadurch der Geigen-Anteil am Sound von I’m Not A Band noch erhöht? Inwieweit ist Kassandra inzwischen auch an der Entstehung neuer Songs beteiligt?

Kassandras Stimme war der ausschlaggebende Punkt und die Geige das I-Tüpfelchen. Bereits bevor sie dazugestoßen ist, habe ich angefangen, immer mehr Geigenelemente in die Songs zu integrieren. In der praktischen Umsetzung – und gerade live – ergeben sich natürlich durch zwei Geigen noch viel mehr Möglichkeiten. Die Songs sind bislang von mir gekommen, inwieweit sich das jetzt ändern wird, wird sich zeigen. Wir machen uns da keine Gedanken und sind immer offen für Ideen des anderen, ob es ein gesamter Song oder nur kleinere Optimierungen an bestehenden Songs sind.



In Euren Songs finden sich deutliche Anklänge an einen 80er Electro/Wavepop, denen auch mittels der doch recht dominanten Violinen-Einbindung eine wunderbar traurig-melodiöse Note innewohnt. Schlägt Euer Herz eher in diese Richtung als in die eines betont beatlastigen Party-Nu-Raves der vergangenen Jahre? Oder möchtet Ihr eben genau diese unterschiedlichen Pole mit Eurer Musik zusammenbringen?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir nie so Gedanken darüber gemacht, welchen Sound ich kreiere, sondern hab es einfach kommen lassen. Mal entstehen dann deutlich beatlastigere, dann aber auch mal sehr ruhige Songs. Für jede Stimmung sozusagen etwas. Denn Stimmungen sind es, die ich in vielen der Songs verarbeite. Persönlich bin ich Fan von sowohl sehr tanzbarem und härterem Electro a la Ed Banger und Co, aber mir gefällt auch sehr viel ruhige Musik. Es fällt mir teilweise schwer, diese beiden Vorlieben in der einen Band unterzubringen, vielleicht kommt daher der Stil, wie du ihn beschrieben hast.

Infolge der Nominierung der Berliner Electro-Raver Egotronic wurdet Ihr zum MySpace Featured Artist gewählt, welche Konsequenzen zog das nach sich, hat das Euren Bekanntheitsgrad merklich erhöht?

Ich denke schon, dass das nicht ganz unbemerkt geblieben ist, schließlich waren die Banner ja zahlreich geschaltet. Gerade wenn man auf Mitfahrgelegenheiten mal von der Musik redet, bin ich überrascht, wieviele Leute zumindest behaupten, den Namen schon einmal irgendwo gehört oder gelesen zu haben.

Ihr habt Egotronic ja auch live supportet, wie war diese Erfahrung für Euch und wie war das Feedback seitens der Egotronic-Fans? In welchem Verhältnis steht Ihr generell zur stilistischen Ausrichtung des Audiolith-Labels?

Natürlich ist ein Supportslot immer schwierig. Die Fans hatten in Koblenz gar nicht mit uns gerechnet und guckten erst mal etwas verdutzt („Was wollen die denn da mit ihrer Geige?“). Doch am Ende hatten sie sich auf uns eingetanzt und es hat uns und dem Publikum Spaß gemacht. Bielefeld war der Hammer, Es war eine Riesenstimmung und es war toll, wie ca 700 abgegangen sind. Die stilistische Ausrichtung von Audiolith ist ja eigentlich sehr vielseitig, was die meisten nicht wissen, weil die Zugpferde des Labels natürlich ein gewisses Bild prägen. Bei Egotronic und Frittenbude rechnen die Fans dann erstmal mit eher ravigerer Musik als mit unserer. Dennoch hatten wir den Eindruck, dass das mit uns sehr gut geklappt hat.Und so allgemein können wir echt sagen, dass das gesamte Team und die Bands cool drauf sind, und es war lustig, mit ihnen unterwegs zu sein.



Es gehören ja auch diverse Remixe (u.a. für Plasma und Florence And The Machine) und Coverversionen (bspw. ‚She’s Lost Control‘ von Joy Division) zum bisherigen Output, wie wählst Du diese Songs aus, welche Kriterien sind dafür ausschlaggebend? Sind bereits weitere Coverversionen „in der Pipeline“?

Das war immer verschieden. Bei Plasma wurden wir vom ihrem Management angesprochen, ähnlich, wie der MEN-Remix entstanden war. Dann gab es teilweise Wettbewerbe wie der von Florence and the Machine, wo man u.a. aus Promogründen mitgemacht hat. Das Joy Division-Cover war eher ein Spaß, da man mir desöfteren Ähnlichkeiten in der Stimme nachgesagt hatte. Und teilweise höre ich einfach einen Song und weiß schon ganz genau, was ich damit als Remix oder Cover vorhabe. ‚10.000 Horses Can’t Be Wrong‘ von SMD hat förmlich danach geschrien, es komplett auf Geige zu covern. Ich lasse mich also selbst überraschen, welcher Song als nächstes geremixt wird.

Euer Debütalbum soll Ende des Jahres erscheinen. Wird darauf ein Querschnitt aus zwei Jahren I’m Not A Band enthalten sein oder handelt es sich vorwiegend um neuere Stücke aus den vergangenen Monaten? Seid Ihr noch auf Labelsuche oder wie wird das Album seinen Weg in die Öffentlichkeit finden?

Das Album wird vorrangig neuere Songs enthalten, aber unter den 13 Tracks werden auch ein paar Songs aus der Anfangsphase sein. Veröffentlicht wird es definitiv mit der Unterstützung von Auf Die Plätze, Ende September werden wir dann auch mehr zwecks Lable etc wissen. Fest steht bereits, dass das physische Album im Digipack-Format erscheinen und 13 Tracks enthalten wird, außerdem wird es eine Vorab-Veröffentlichung des Songs Crazy auf einer Remix-EP geben, mit Remixen von Rampue, MMMatthias und anderen.

Ihr seid seit der Bandgründung Anfang 2009 sehr viel live aufgetreten. Was war die bislang beeindruckendste Live-Erfahrung bzw. das schönste Konzert für Dich, wer hat Dich andersrum live besonders begeistert, sowohl zusammen bei einem Konzert mit I’m Not A Band als auch allgemein als Zuschauer bzw. als Fan?

Jedes einzelne Konzert hat was Besonderes gehabt. Teilweise weil die Stimmung so großartig war, wie z.B. in Warschau Silvester oder in Stuttgart im Kellerklub, oder auch wenn die Stimmung mal nicht von Anfang an so gut war und man am Ende doch Party gemacht hat. Ich bin in letzter Zeit wenig dazu gekommen, selbst auf Konzerte zu gehen. Was mir spontan einfällt, ist der Auftritt von Slagmalsklubben auf dem Melt-Festival, der mich wirklich überzeugt hat.

Am 03.09. spielt Ihr zusammen mit Fine und Treiber im NBI, auf was können sich Fans und Freunde freuen? Wie wird die Performance in etwa aussehen, werden neben Laptop und Violine auch andere Instrumente zum Einsatz kommen?

Wer schon mal auf einem unserer Konzerte war, weiß, dass wir ab und an ungewöhnliche Gegenstände, wie PET-Flaschen, Bierflaschen und Kokosnüsse benutzen. Im NBI wird dann auch Kassandra ihre Geige auspacken und ich werde zusätzlich noch einen Synthesizer spielen. Das Konzert wird außerdem ein Vorgeschmack auf das kommende Album sein. Wir freuen uns schon auf den 3.9. im NBI.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Update: I’M NOT A BAND am Freitag, den 22.07.11 live im Rosi’s

www.myspace.com/imnotabandmusic

Autor: [EMAIL=thomas.stern@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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