Interview mit DO I SMELL CUPCAKES?


Erschütternde Tiefs, berauschende Hochs und das sahnige Dazwischen.



[red]Update: ) im Grünen Salon der Volksbühne und bevor Drummer Slady sich für ein halbes Jahr nach Japan verabschiedet, sprachen wir mit Dennis und Bassist Max über den Besuch der Band in Tel Aviv anlässlich eines deutsch-israelischen Kulturaustauschprogramms, die auf Homer Simpson zurückgehende ungewöhnliche Namensfindung, die Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus sowie die stilistische Ausrichtung des Debütalbums.

Ursprünglich stammt der Kern der Band ja aus Cottbus. Wie kam es zum Entschluss, die Zelte in Berlin aufzuschlagen und wie habt Ihr hier zusammengefunden?

Max: Nachdem unsere Lausitz-Fraktion Kevin, Dennis und Slady ihre Schulzeit erfolgreich hinter sich gebracht hatte, wollte sie studieren. Wegen der vielen Möglichkeiten bot sich am ehesten Berlin an. Außerdem lockte die Herausforderung, auch musikalisch in der Hauptstadt Fuß zu fassen. Paul hat vor ca. vier Jahren für ein Eiscafé in Cottbus das Marketing gemacht und brauchte einheimische Gesichter für Werbefotos. So entstand der erste Kontakt zu Slady, dessen lächelnder Blick noch heute die Karten des Cafés zieren dürfte. Es kam, wie es kommen musste, Paul schnappte sich seine Rickenbacker, Slady seine ungleich leichteren Sticks und es wurde mit den Jungs ausgiebig gejammt. Die Chemie stimmte sofort. Drei Jahre später traf man sich in Berlin wieder und spielte erstmal nur Fußball. Als dann ein Multiinstrumentalist wie mein Bruder gesucht wurde, geschah dann das Naheliegende und er war dabei. Als dann vor ’nem knappen halben Jahr auch noch ein Bassist gesucht wurde, geschah wieder das Naheliegende und ein Keyboarder war dabei – Ich. Allerdings spiele ich wirklich Bass und kann es eigentlich immer noch nicht glauben, dass ich das wirklich bin. Es ist großartig!

Geht der Name tatsächlich auf eine Aussage/Frage von Homer Simpson zurück, war das Zufall oder seid Ihr alle große Simpson-Fans?

Max: Auf jeden Fall beides. Unser z.T. auch Violinbogen schwingender Gitarrero und Mitbegründer Dennis hat auf einem Markt in Cottbus gejobbt und allen möglichen Krempel verkauft, darunter eine Homer-Puppe, die sprechen konnte und von seiner Umwelt immer wieder die wunderschöne, für ihn essentielle Frage: „Do i smell Cupcakes?“ geklärt wissen wollte. Fasziniert von der warmen, offenen Art Homers, die ein Höchstmaß an zuckersüßer Ehrlichkeit erkennen ließ, transformierte sich Dennis´ Großhirn in einen riesigen Napfkuchen, dass ihm durchs gesamte neuronale Sendenetz nur noch eine Botschaft überbrachte: Beißt rein! Kostet mich! Nennt euch so!… Tja, 100 MILLIARDEN Neuronen gegen EINEN Dennis aus Sielow !!!… nachdem sich unser Drummer und zweiter Mitbegründer Slady mit den Neuronen auch noch verbündete, hatte der Gute keine Chance mehr.
So steht es jedenfalls in der Bandchronik geschrieben. Natürlich sind wir aber alle große Simpsons-Fans und lieben vor allem Homer, der auch sagte: „Ich kann nicht so nach einem 08/15-Muster vor mich hin leben wie du. Ich will alles! Die erschütternden Tiefs, die berauschenden Hochs und das sahnige Dazwischen!“ Genau das will jeder von uns auch! So wie er zu LEBEN, frei und authentisch zu sein, Träumen und Gedanken nachzugehen und mit Humor Findlinge aus dem Weg zu schaffen, verbinden wir mit warmem Napfkuchen und Sahnehäubchen und vor allem mit unserer Musik.

Derzeit nehmt Ihr im Popschutz-Studio mit Mitgliedern der Berliner Band Brokof Euer Debütalbum auf, das im Februar 2011 erscheinen soll. Wie entstand der Kontakt und wie weit fortgeschritten sind die Aufnahmen?

Max: Paul hat bei GermanSounds, dem „Musikexportbüro“, ein Praktikum gemacht, das Jovanka von den Quarks nach Thailand schickte. Jovanka nahm Brokof-Sänger Fabian mit auf Reisen, beide hatten seitdem immer wieder Kontakt mit Paul. Die Aufnahmen zum Album springs sind bis auf einige Edits im Kasten. Das Mixing sollte auch noch im August abgeschlossen werden. Wo, wann und von wem die Platte gemastert wird, steht meines Wissens nach noch in den Sternen. Sicher ist, das wir im Februar alles fertig haben und eine riesige Release-Party machen werden.

Die recht unterschiedlichen Songs auf Eurer MySpace-Seite werfen unweigerlich die Frage auf, welche stilistische Ausrichtung das Album aufweisen wird, insbesondere ‚You Don’t Get My Sympathy, Fridge‘ unterscheidet sich mit seinem sehr relaxten, fast hippiesken Touch von den beiden anderen, eher atmosphärischen, mit Pop- und (Post-) Rock-Elementen versehenen Songs. In welche Richtung wird das Album gehen?

Max: Das Album lässt sich meiner Meinung nach tatsächlich nicht so einfach in eine Stilrichtung pressen. So viel kann ich sagen: springs wird ein Sahne-Cocktail im Homer´schen Sinne, der mit seiner Grundmischung aus Indie- bzw. Progressive-Rock, dezenten Elektrobeats, jazzigen Bläsern, klassischem Harmonium, Streicher-Quartett, Gitarrenkoppeln und -fiepsen zum kollektiven Nicken und Schwelgen einlädt.

Diese beiden Stücke wurden mit dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus aufgenommen, wie entstand die Idee dazu und wie gestaltete sich die Zusammenarbeit? Werden Songs mit Orchesterbegleitung auch auf dem Debütalbum zu hören sein?

Dennis: Die Idee lag unsererseits ziemlich nah, da einige unserer Songs wie ‚(in brackets)‘ oder ‚(autumn in minor)‘ auch durch ihre Bläser- und Streicherarrangements leben. Cottbus hatte, als die Idee Gestalt annahm, mit Evan Christ gerade einen neuen Generalmusikdirektor bekommen, der gegenüber unserer Idee sehr aufgeschlossen und offen war. Letztendlich fand dann alles seinen Weg: das Schreiben der Arrangements fiel aufgrund des vollen Probe- und Spielplans des Staatstheaters dann Kevin, unserem Sänger, zu. Ausgewogene fünfstimmige Streichersätze für ein ganzes Streichorchester zu schreiben, war natürlich auch für ihn eine völlig neue und nicht ganz einfache Aufgabe. Die Spannung blieb somit bis zur letzten Sekunde sehr hoch. Die beiden Proben mit dem Orchester ließen sich nur auf den Vortag und den Premierentag legen. Wir hatten gerade unseren Israeltrip hinter uns und fuhren völlig ungewiss nach Cottbus und mussten auf Kevins Noten vertrauen. Aber alles lief nahezu perfekt und klang super. Für mich war es eine ganz besondere Atmosphäre (goosebumps) in meinem Leben. Ich stand mit meiner Gitarre genau vor unserer Rhythmusfraktion, hinter Kevin und Paul, und neben diesen ganzen Geigern, mitten im Kern des Geschehens und habe die 15 Minuten in diesem großartigen Theater einfach nur genossen.

Die Eröffnung des Osteuropäischen FilmFestivals war letztlich für alle Beteiligten eine sehr gelungene Sache. Auf dem Album haben wir die Streicherarrangements natürlich – songdienlich – wieder ein wenig abgespeckt, damit sie mehr atmen können. Aber die Zusammenarbeit mit der Cottbuser Philharmonie war insofern wichtig, als dass wir wussten, wie mächtig diese Songs klingen können und dass unsere Musik auch in verschiedenen Gewändern funktioniert.

Vor einigen Monaten wart Ihr im Rahmen eines deutsch-israelischen Kulturaustauschprogramms in Tel Aviv (siehe auch im NBI ohne Euren Drummer Slady (der für ein halbes Jahr nach Japan geht) ein spezielles Set auf die Bühne bringen. Wisst Ihr schon, wie dies in etwa aussehen wird bzw. was die Besucher/Fans an diesem Abend erwarten können?

Max: Dazu können wir noch nichts weiter sagen. Wir haben aber schon einige sehr interessante Ideen. Auf jeden Fall werden im NBI weitere neue und andere Versionen der bestehenden Songs zu hören sein.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

www.myspace.com/doismellcupcakes

Autor: [EMAIL=thomas.stern@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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