Kein Ende für Metoo

Im Mai befürchtete die Feministin Michelle Goldberg in der New York Times den Tod der #MeToo-Bewegung. Sie beobachtete das Gerichtsverfahren der Schauspielerin Amber Heard vs. Schauspiel-Superstar Johnny Depp, die offenbar in einer toxischen Beziehung gelebt hatten. In den sozialen Medien hatte sich eine „Stan Culture“ anti-Heard und pro-Depp gebildet, die in ihren Hass gegen Heard auch gleich antifeministisch gegen #MeToo schoss. Nachdem Heard Depp über 10 Mio. US-Dollar wegen Verleumdung zahlen musste, ging sie dagegen vor und ist nun wieder gerichtlich gescheitert.

Allerdings ging Goldberg Depps Fans und Trollen auf den Leim, die vom eigentlichen #Metoo-Thema sexualisierter Gewalt auf häusliche Gewalt ablenken wollten. Beim neuen Fall RICKY MARTIN könnte beides allerdings in seiner angeblichen Beziehung zu seinem Neffen verknüpft sein.

Depp ist in den Augen der deutschen Öffentlichkeit fast wieder rehabilitiert. So trat er mit seiner Supergroup HOLLYWOOD VAMPIRES samt ALICE COOPER, JOE PERRY (AEROSMITH) und TOMMY HENRICKSEN (ALICE COOPER BAND, WARLOCK, P.O.L.) im Juni bereits zweimal hierzulande auf. Für den Sommer 2023 ist eine ausgedehnte Tour geplant.

Aktuell stehen in den USA mehrere Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Rapper TREY SONGZ im Raum. Während es für Aktivistinnen auch mit den großen Hollywood-Fällen Woody Allen und Kevin Spacey weitergeht, diskutiert man hierzulande recht handzahm über Sexismus in Schlagertexten. So wurde der Ballermann-Hit „Layla“ von DJ ROBIN und SCHÜRZE vom Würzburger Kiliani-Volksfest, von der Düsseldorfer Rheinkirmes und vom Münchner Oktoberfest verbannt. Grund war, dass das Lied Prostitution verherrlicht. In Würzburg wurde schon im letzten Jahr das Volkslied „Einst Ging Ich Am Ufer Der Donau“ verboten, das je nach Textversion von Sex oder von Vergewaltigung handelt.

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