LEASH – Berliner Act des Monats Juli 2007


The next big thing?

Es gibt sie immer wieder, diese Zufälle, genauer gesagt: Diese zufälligen, dafür um so begeisternderen Bandentdeckungen auf myspace. LEASH gehören dazu. Noch vor wenigen Wochen mir völlig unbekannt, stießen sie jüngst mit ihrer Debüt-EP (, zuvor Gewinner des Bandwettbewerbs im Rahmen der ‚Coca-Cola Soundwave Discovery Tour‘ und Supportshows für u.a. Maximo Park, Forward Russia, Polarkreis 18…
LEASH – the next big thing?



ILJA KOESTER (voc, guit), DOMINIK BUSCH (bass) und PASCAL GEMMER (drums) im Interview mit bands-in-berlin.com.

BiB: Die Informationen im Internet zu Eurer Bandgeschichte sind recht spärlich gesät. Wie habt Ihr Euch kennengelernt; seit wann existiert LEASH? Was habt Ihr (musikalisch) zuvor gemacht?
LEASH: Die Idee zu LEASH entsteht seltsamerweise im Sommer 2004 beim Grillen von Fleisch und Gemüse im Görlitzer Park. Am Tag danach werden in einem Studio in der Chauseestraße die zwei komplett unterschiedlichen musikalischen Präferenzen und Herangehensweisen von Ilja und Dominik unter einen Hut gezwängt – und der Song ‚Babylicious‘ ensteht.
Es werden sofort diverse Bandkonstellationen ausprobiert und mit Pascal am Schlagzeug findet sich dann eine Konstellation, die als Trio funktionieren kann.

BiB: Ihr habt in Köln den Support von Maximo Park (Coca Cola Soundwave Discovery Tour) bestritten, am 14.7. werdet Ihr auf dem Melt! Festival, am 23.7. auf dem itunes-Festival in London spielen. Gerade ist Eure Debut-EP erschienen, und aller Ansicht nach startet die Band jetzt richtig durch. Wie fühlen sich denn diese letzten Wochen im Rückblick an?
LEASH: Ähnlich wie die Wochen davor. Durch ein paar Konzerte im Monat wird natürlich noch kein Lebenslauf umgekrempelt. Aber wir haben’s dringend vor. Ok, und auf dem Weg zum Einkaufen seine eigene Musik im Radio zu hören oder zum iTunes-Festival geladen zu werden, verbreitet schon eine mittelstarke bis stark optimistische Stimmung in der Band… was jede einzelne der täglichen Proben zum Erlebnis werden lässt… fast…

BiB: Wieviel Energie und Zeit steckt in Eurer ersten EP und wie intensiv verfolgt Ihr die Suche nach einem Plattendeal?
LEASH: Wir wollten diese erste Produktion unbedingt selbst in der Hand haben, also ohne korrigierende Produzenten und alteingesessene Toningenieure, alles, vom Gitarre stimmen bis zum Cover, selber machen. Auch, um erstmal alleine die musikalischen Optionen auszuloten und einen ersten Selbstfindungsprozess abzuschließen. Aus den geplanten 2 Wochen EP-Produktion wurden somit natürlich doch mehr als 2 Monate, womit die Dealsuche auch erst jetzt so richtig losgeht.

BiB: Musikalisch ist LEASH zwischen atmosphärischem Indierock und energiegeladenem Elektro mit 80er Wave- aber auch Punkeinflüssen zu verorten. Wer sind Euer musikalischen Vorbilder und Helden? Wer von ihnen sollte – ob tot oder lebendig ;o) – auf der Gästeliste Eures nächsten Konzertes stehen?
LEASH: Punkeinflüsse? Das war wohl das Mastering…
Obwohl: David Bowie, The Cure, Nine Inch Nails und Prince – keiner kommt um Punk rum. Auf der Gästeliste unsere Träume stehen ausserdem: Radiohead . Depeche Mode . Smashing Pumpkins . Bryan Ferry . Kashmir . Sneaker Pimps . Placebo . Zoot Woman . Interpol . Soulwax . UNKLE . Massive Attack . Underworld . Queens of the Stone Age . Talk Talk . The Notwist . Und wenn noch 3 Plätze frei sind auch N.E.R.D.



BiB: Was war für Euch – musikalisch gesehen – das Beste in den 80ern? Und was wäre besser in diesem Jahrzehnt vergessen worden?
LEASH: Das Beste an den 80ern musikalisch gesehen? Das ist sehr einfach: Prince!
David Bowie hätte vielleicht das Mikro in den 80ern besser weggelegt, hätte sich der Malerei und was weiß ich widmen können…

BiB: Wo und wann habt Ihr eigentlich Euer allererstes Konzert gespielt und wie war das?
LEASH: Support für eine japanische Darkwave-Band im ColumbiaClub: Berühmter Hauptact, riesige Bühne, Lasershow und kreischende, schwarzhaarige Mädchen überall. Für mich persönlich war das erste LEASH-Konzert auch gleich das erste Konzert dieser Größenordnung, und ich war tierisch aufgeregt wegen dieses ganzen diffizilen Elektronik-Sequenzer-Krams, den wir an diesem Abend zum ersten Mal wirklich ausprobierten. Insgesamt ging an diesem Abend so viel schief und so viel richtig, dass es wahrscheinlich für uns drei der lehrreichste Gig der letzten 24 Jahre wurde.

BiB: Wie entstehen Eure Songs und wer hat dabei welchen Part?
LEASH: Vorallem die älteren Songs enstanden durch klassisches Sequenzer-Gebastel/ -Gefrickel in unserem kleinen Studio. Meist auch in klassischer Arbeitsteilung: Dominik bringt den Bass-Hook, Ilja schmiedet eine Gesanglinie drüber, und zusammen wird dann jahrelang an allem, was übrig ist gefeilt, bis auch der allerletzte Bleep genau da ist, wo ihn keiner vermuten würde.
Neue Ideen entstehen zu Hause am Klavier – alle 3 haben eins! – werden im Proberaum zu Songs ausgebaut und schließlich wieder am Laptop ausgefeilt, als gäbe es kein Morgen.

BiB: Gibt es Eurer Meinung nach im Moment andere Bands in Deutschland, die vom musikalischen Stil her mit euch vergleichbar wären?
LEASH: Wahrscheinlich nicht.

BiB: Habt Ihr engen Kontakt zu anderen Berliner Musikern und ein Netzwerk? Gibt es Berliner Bands, die Ihr (musikalisch) mögt und die Ihr den Lesern und der Redaktion empfehlen möchtet?
LEASH: Unser Drummer Pascal spielt nebenher in einer Kapelle namens The Gecko. Sehr tanzbarer Indiepop, der unheimlich gute Laune macht. Ansonsten: Super700, hingehen!

Vielen Dank für das Interview!
Wir wünschen Euch viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft der Band!

www.leash-music.com
www.myspace.com/leashberlin

Fotos: © LEASH
Autor: [EMAIL=jana.schuricht@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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