Limp Bizkit – Gold Cobra

Limp Bizkit - Gold Cobra

OMG! Es ist wirklich da. Das sechste Studioalbum von motherfuckin‘ LIMP BIZKIT. Lang haben die Reunion- und Release-Verhandlungen gedauert, und die Fans mussten sechs Jahre warten, um das ungeliebte The Unquestionable Truth (Part 1) vergessen zu dürfen. Also jetzt wieder limpin‘ mit den BIZKITS?

Die einstigen Nu-Metal-Stars brauchten an sich nicht viel Zeit, um Gold Cobra aufzunehmen: von August bis September 2009. Ab April 2010 stellte Frontmann FRED DURST nach und nach einzelne Tracks ins Netz. Mehrmals verschob sich das Veröffentlichungsdatum, und auch das siebte Album soll schon stehen.

Die entstandenen 13 Songs sind Ergebnis eines Lerneffekts über das, was die getreue Anhängerschaft wünscht: Weder Balladen (Results May Vary) noch Experimente (The Unquestionable Truth (Part 1)). In Interviews gibt DURST freimütig zu, einfach so wie 1999 klingen zu wollen, als man den internationalen Durchbruch erlebte.

Das wird auch in dem Eröffnungssong ‚Bring It Back‘ so gesagt: Sägende Gitarren, JOHN OTTOS Drums und ein überzeugender DURST. Rhymetechnisch macht er es EMINEM nach. Um sein Alter zu überdecken, rappt dieser seit Encore einfach schneller. Das hat leider den Effekt, dass sich dem Hörer der Text nicht mehr so stark einprägt wie früher. Und so ist es auch bei LIMP BIZKIT.

Seit WES BORLAND wieder offiziell Teil der Band ist, wird ihm offensichtlich der Raum gelassen, der seine Kreativität fordert. Nicht nur, dass er sich in Gitarrensoli wie in ‚Walking Away‘ austoben kann. Auch die satirischen Bilder des Booklets entstammen seiner Feder. Warum für Deutschland das merkwürdige Gemälde mit den drei Ischen als Cover ausgesucht wurde, ist fraglich. Das US-Cover mit der riesigen Gold-Kobra befindet sich im Innenteil.

Was Kollege DURST zu Papier bringt, ist ähnlich grenzwertig. Gold Cobra bietet alles, wofür ihn die Hater hassen: Schön prollig und angriffslustig arbeitet er sich durch Tracks, dass sich die Kritiker an den Kopf fassen. Doch war es nicht immer so? Gehörte Redcap-Diss nicht unter Truemetal- und auch Numetal-Heads zum guten Ton? FREDDY D. reagierte darauf stets nach dem Motto „Viel Feind – viel Ehr“.

Die Unart des Autotuning muss er ausprobieren, während er sich auf neue Konzerte freut (‚Autotunage‘). Und natürlich darf das Zauberwort der 90er nicht fehlen: „Fuck“ an jeder Ecke. Das typisch amerikanische Thema der Selbstverteidigung des Eigenheims, wie es schon EMINEM mit ‚We As Americans‘ formulierte, wird hier in ‚Killer In You‘ angegangen.

In der Deluxe-Version findet sich neben anderen Bonustracks übrigens auch das KURT-Tribut ‚My Own Cobain‘. DURST, der den Grunge-Gott auf der Brust tätowiert trägt, führte mit seiner Band bereits den NIRVANA-Klassiker ‚You Know You’re Right‘ auf. Allerdings muss eingestanden werden, dass DURST’s Texte bisher noch nie so inhaltslos ausfielen wie auf dem neuen Album.

Ruhige Rocksongs wie ‚Loser‘ bilden wie immer die Unterzahl. Sie verschwinden hinter dem Glanzstück des Albums, dem Rapcore-Track ‚Get A Life‘ oder dem typischen LIMP BIZKIT-Kracher ‚Why Try‘, den die Fans schon im April 2010 kennen lernten.

Insgesamt geht der neue Versuch der alten KORN-Söhne also in Ordnung. Die fünf Kerle, die nun seit 17 Jahren gemeinsam aktiv sind, klingen wie eine Band, die genau wie LIMP BIZKIT klingen will. Ein Fan-Album eben. Dennoch leistet man sich kein peinliches Feature, um der neuen Generation zu gefallen, wie es EMINEM mit RIHANNA tat (‚Love The Way You Lie‘).

LIMP BIZKIT
Gold Cobra
(Flip/Interscope Records/Universal)
VÖ: 24.06.2011

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