Marcy Playground – Marcy Playground 20th Anniversary

Das selbstbetitelte und allererste MARCY PLAYGROUND-Album erscheint auf Vinyl. Gut, darauf hat niemand gewartet. Aber auf die letzten drei Alben hat auch niemand gewartet. Ja, JOHN WOZNIAK (Gitarre) und DYLAN KEEFE (Bass) spielen noch immer zusammen und haben inzwischen SHLOMI LAVIE an den Drums. Collegerock aus den 1990ern ist zwar sowas von tot, aber nicht in den USA, wo die drei erst 2012 noch mit anderen Vergessenen wie EVERCLEAR und SUGAR RAY auf Tour gingen und jetzt wieder on the road sind. Warum lohnt es sich, in diese 20 Jahre alte Platte reinzuhorchen?

Das Werk Marcy Playground traf 1997 ganz offensichtlich einen Nerv: 1,4 Millionen verkaufte Kopien und Platin sind die Kennzahlen. In die ironischen bis gelangweilten 1990er Jahre passte die Single „Sex And Candy“ wie die Faust auf’s Auge, blieb 15 Wochen in den Billboard Charts und knackte so sogar OASIS‘ „Wonderwall“. Sie war mit den andern Titeln der perfekte Abgesang auf die Grunge-Ära: Drogenkonsum („Poppies“, „Opium“) und Selbstmord („One More Suicide“) wurden nicht mehr heroisiert, sondern in ihrer Slacker-haften Entscheidung, ja Banalität besungen. „One More Suicide“ überbot die Band zynisch noch 2004 mit „Death Of A Cheerleader“.

Warum die Band noch heute Fans hat, erklärt sich aber vielleicht mehr aus Titeln wie etwa „A Cloak Of Elvenkind“, das die Unschuld nerdiger Weltflucht liebevoll darstellt. Ehrlich und unverblümt sind Lyrics und Melodien bis heute. Statt als Bonus noch NEIL YOUNG- („The Needle And Damage Done“) und LEONARD COHEN- („Halleluja“) -Cover beizugeben, hätte man auch eigene gute Songs vorstellen können.

 

Marcy Playground
Marcy Playground (20th Anniversary)
(Slow Down Sounds)
VÖ: 22.04.17

www.marcyplayground.net

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