MARR + FINN. am 04.03. 2004 im Magnet

Erstmal den Atem anhalten und dann versuchen zu verstehen…

Ob die Menschen wussten, worauf sie sich einlassen? Auf die Stille, auf das Zuhören? Waren sie gewappnet für ein leises Aufbäumen und das Auge und Ohr einnehmende Erleben von Musik, die manchmal so in sich geschlossen und zerbrechlich war, dass man fast Angst hatte zu stören? Waren sie überrascht, als auf Leinwand projizierte Krähen durch den schlaksigen FINN. aka Patrick Zimmer flogen? Haben sie den ebenfalls an der Wand schimmernden Text lesen können und haben sie sich auch so gefühlt wie ich? Dass in diesem Moment nur gilt, die Augen zu schließen und der zarten Stimme zu lauschen, die durch die Ferne direkt im Kopf landete?
Eine Antwort vermag ich nicht zu geben. Dass aber das Debüt Expose yourself to lower education des Hamburgers auch auf der Bühne funktioniert, sei eindeutig mit ’Ja, aber hallo!‘ beantwortet, und auch zusammen mit der um Welten lauteren Band MARR. Denn manchmal bedingen Vorband und Hauptband einander. Am Donnerstag im Magnet war das so.

Trotz des sanften Einstiegs vertrug sich beides: die lauten Gitarren und der eindringliche Gesang von Jan Elbeshausen mimten teilweise genau den psychedelischen Effekt, den FINN. mit Computer, Krähe und geschlossenen Augen erzielte. MARR schlichen sich mit ihren Stücken langsam von hinten an und überfielen dann das Publikum genau in dem Moment, in dem es noch damit beschäftigt war, irgendwie zu begreifen, warum die Jungs eben nicht wie all diese Emo-Typen klingen, obschon sie voll und ganz in der Tradition des College-Rock spielen. ’It’s only Rock’n’Roll. But it feels good‘. Mit diesem Gefühl blieb Raum für vieles andere, und der Mut, anders zu klingen, wurde vom Publikum begeistert entlohnt.

http://www.marr-music.de
http://www.magnet-club.de

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