MISS KITTIN & THE HACKER – Two


Manchmal ist der erste Gedanke der beste.



Die Pause ist vorbei, und der Opener ‚The Womb‘ startet mit einer Minute akustischem Weltall ins neue MISS KITTIN & THE HACKER-Werk, bevor die Beats und das französische Englisch von Caroline Hervé wieder da sind. Nach Soloerfolgen sowohl für Miss Kittin als auch Michel Amato a.k.a The Hacker, wird erneut gemeinsame Sache gemacht.

Dieses Album funktioniert wahrscheinlich am besten nachts. Es lässt sich wieder im Halbdunkel verlieren und auf die ohrenbetäubenden Fieptöne und Knarrgeräusche tanzen. Währenddessen singt Miss Kittin die wenig philosophischen Texte, wirft Wörter wie „People, Pleasure, Objects“ in den Raum und überlässt dem Hörer, was er damit nun anfangen soll. Wahrscheinlich nicht so viel, denn um Botschaften ging es bei den beiden Franzosen ja noch nie wirklich. Es geht wohl eher um die Partytauglichkeit und den Grad, in dem die Stücke den Empfänger in einen tranceartigen Glückszustand versetzen. Dass das so ist, dafür wird viel getan. Der schätzungsweise riesige Synthesizer, den The Hacker bedienen muss, wird vollends ausgereizt, um bewegungsanregende Beats zu schaffen. Ähnlich wie bei Depeche Mode klingt es in Song fünf, ‚Indulgence‘, als würden die beiden in einer Lagerhalle stehen und auf altem Schrott rumhauen. Und trotzdem: Auch wenn hier ‚Party In My Head‘ herrscht – Party in my feet kommt nicht so ganz auf.

Two klingt so viel mehr nur nach romantischem Star Trek-Videospiel als der packendere Erstling von MISS KITTIN & THE HACKER. Irgendwie fehlt der Biss, ein ‚Frank Sinatra‘ lässt sich hier nicht finden. Die Coverversion des Elvis-Evergreens ‚Suspicious Minds‘ knallt schon etwas mehr als der Rest, aber wirklich im Ohr bleibt nur ‚Electronic City‘. Hier ist alles da, was man von Miss Kittin und ihrem Weggefährten erwartet: Die Lyrics, leicht nebensächlich-dekadent dahingehaucht und das treibende Brett aus tausend Tonnen elektronischer Eklektik.

Ein Song reicht jedoch leider nicht, um das ganze Album rauszuhauen. Schade, aber der ganz große Wurf gelingt einem eben selten zwei Mal.

MISS KITTIN & THE HACKER am 09.04.09 live in Berlin/ Lido

MISS KITTIN & THE HACKER
Two
(Nobody’s Bizzness/ Groove Attack)
VÖ: 27.03.09

www.misskittinandthehacker.com
www.myspace.com/mkthmusic

Autor: [EMAIL=melanie.gollin@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Melanie Gollin[/EMAIL]

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