
Naja, das letzte Lebenszeichen der WOLFF-Brüder vor drei Jahren war nicht so das Gelbe vom Ei. Statt echtem Rock oder Soul zogen sie sich auf lahmen Pop zurück, der niemanden juckte. Aufgeben wollten sie aber noch nicht. Mit neuem Label versuchen sie es diesmal besser zu machen und mehr in Richtung Singer/Songwriter zu gehen.
„Tough“ überzeugt als Opener mit rhythmischen Klavier und einer entspannten Stimmung. NAT zeigt tatsächlich mal sein angeborenes Songwriting-Talent und im Video spielen sie für Freunde ein Wohnzimmerkonzert. So wollten die Fans das Duo doch eigentlich schon seit vielen Jahren sehen.
„If You Never Left Me“ ist dann wieder in Synthiegewaber gehüllt und ALEX trauert einer Verflossenen nach. Beide Jungs haben inzwischen eine jugendliche Gesangsstimme. Das geht bis ins Boyband-Falsett („Emilia“). Dass sie in „Soft Kissing Hour“ auf Schnuckel an der Kaminfeuer-Klampfe machen müssen – geschenkt. Nats Freundin BILLIE EILISH hat ihn ja produziert. Schlafzimmerfantasien erwarten ihre weiblichen Fans, ob als Indie oder Easy Listening Pop („This Round“). Egal, wer nun süßer ist, diesmal sind ihre Melodien gehörgängiger.
Mögen auch zart rockende Tracks wie „Backup Plan“ an ihre aufregende Teenie-Zeit erinnern, überwiegen Akustikgitarren- und Elektro-Titel. Mal ist man selbstkritisch („I Can’t Hurt You Anymore“), mal gibt man der Ex die Schuld für die Trennung („Whole Other Life“). Aber gereift wollen die Beiden klingen, nach dem Motto: Frauen kommen und gehen, Brüder bleiben.
Der interessanteste Titel ist „Horse“, ein Piano-Track mit Trip Hop-Beats. Die Wolffs haben sich gesteigert und wirken erwachsener denn je.
Nat & Alex Wolff
Nat & Alex Wolff
(Coup D’Etat Recordings/Broke)
VÖ: 16.01.26