
Bitte? NEORXNAWANG? Wie wird das ausgesprochen? Der altenglische Begriff für Paradies als „himmlische Wiese“ verweist auf die germanische Mythologie. CARMILLA PECK hat jedoch keinen Neofolk vor. Nach ihrer kleinen EP Trees Of Canary vom Mai ist klar, dass sie eher dem Sadcore nahesteht.
Opener „I Won’t Be Missed“ beginnt mit klassischer Singer/Songwriter-Gitarre und zarten Piano-Akzenten. Pecks elfenhafte Stimme entführt in eine traurige Traumwelt in Schwarz-Weiß, wie das zum Beispiel auch LILA und die frühe LANA DEL REY als MAY JAILER versuchten. Bittere Zeilen werden ins Mikro gehaucht: „You won’t see me again. I didn’t want you to let me go.“ Trennung als Tod – das ist freilich kein neues Sujet, doch die Ausführung ist superb.
Das Titelstück zeigt an der Gitarre eine Dark Folk-Dynamik. Peck spielt eine Frau, auf der die Gedanken früherer Zeiten liegen, wie im Gothic und Ethereal üblich. Selbst am Appalachen-Folk probiert sie sich in „Where the Blackbird Flies“ und „Please“ am Banjo aus.
Das interessanteste Stück ist „Sickness Forgives Us“, in dem Peck fast an jemanden wie KATE BUSH heranreicht. Streicher im Hintergrund besorgen den Rest. Solche Schwermut in der Musik ist ja bekanntlich flüchtig. Es bleibt zu hoffen, dass sie sich nicht zu schnell weiterentwickelt.
Neorxnawang
Write Me While You’re Away
(Abraxas New Dawn Recordings)
VÖ: 08.09.25