
Neujahr ist ein richtiger Anlass, gute Vorsätze in die Tat umzusetzen, zum Beispiel Unordnung aufzuräumen oder ein neues Album herauszubringen. Der Indie-Folker NOBLE HOBO veröffentlichte vor zwei Jahren sein selbstbetiteltes Debüt. Mit dem zweiten Album aus 14 Titeln nutzt er die Chance, seinen Americana auf ein neues Level zu heben.
„Darling Corey“ ist ein Hillbilly-Blues am Banjo und mit ordentlich Rhythmus. In „Blood On My Hands“ erzählt er, was er alles für seine Liebste tun würde: Sich selbst töten. Veränderung tut weh. Doch statt weinerlich, klingt der Musiker recht entschlossen.
„Little Gods“ ist ein freundlicher Gitarren- und Geigensong, in dem vor den inneren Dämonen gewarnt wird. Die schrabende Violine und die Drums ziehen hier angenehm voran. Auch das kumpelhafte „Mid At Best“ funktioniert so. „Family Tree“ ist ein Beispiel für einen gut geschriebenen Up-Tempo-Titel und „Last Night“ ein tanzbarer Lovesong.
„Wintersong“ ist ein tragischer Folk über die bittere Saison, die über einen kommt. Probleme werden von Noble Hobo durchweg als Schicksal beschrieben, gegen die man sich nur schmerzhaft wehren kann.
Titel wie „Sorrow“ zeigen, dass der Sänger noch an seiner Stimme arbeiten muss. Zu ähnlich klingen die Titel, zu schwer fallen ihm etwa die hohen Töne. Das konterkariert etwas die verrückten Verrenkungen, die die Geige vollführt. Dennoch hat Noble Hobo schon einige Ansätze, aus denen er zukünftig mehr machen kann.
Noble Hobo
Sorry For The Mess
(Selbstvertrieb)
VÖ: 01.01.2026