PARIS – Yellow Eden

Für die poppigen Tage im Leben: Eine schwedische Band nennt sich PARIS und bringt auch sonst alles durcheinander – alberne achtziger Keyboardpassagen werden gerettet von garagigen Indie-Gitarren und kann sich noch jemand an den EZ-Listening Trend Ende der Neunziger erinnern?

Zwar liegt die Band musikalisch näher an BLONDIE als an ST. ETIENNE oder den frühen CARDIGANS, aber das Album ist ebenso eingängig und ‚tut keinem weh‘, wie das bei gutem Pop so ist. Da könnte man bei oberflächlichem Zuhören natürlich auch sagen: langweilig, aber bei PARIS lohnt es sich doch, genauer hinzuhören. Man würde sonst erleuchtende Textzeilen verpassen wie „I stole some CDs when I left, I took your Barry White and some food.“ oder „Sailor, I thought you knew, I’m just as true you – I got a man on every boat.“

Für den Großteil der Lyrics zeichnet Annika Mellin (Gesang, Gitarre, Keyboard) verantwortlich. Außerdem an Bord: Emma Nylén (Gesang, Gitarre, Keyboard), Matthias Svensson (Bass, Keyboard) und Johan Efraimsson (Drums, Guitar). Die Band wurde in Stockholm gegründet und nahm zwei EPs im Wohnzimmer auf, die die bescheidenen Namen Greatest Hits 1 & 2 trugen. Sie legten die CDs im renommiertesten Stockholmer Plattenladen ‚Pet Sounds‘ aus und schon am ersten Tag gingen die ersten fünf Exemplare weg. Innerhalb von sechs Monaten waren 600 CDs verkauft – das reichte dann für einen Plattenvertrag mit Look Left, einem Sublabel von V2 in Schweden.

PARIS sehen gut aus, das Cover-Artwork stimmt und der Sound passt hervorragend in das nun schon seit Jahren anhaltende Achtziger-Revival, nur ist er weiterentwickelt und schlicht besser. Die Band hat außerdem den Ruf, eine gute Liveband zu sein. Wünschen wir den vier Schweden also viel Erfolg und kaufen die CD.

PARIS
Yellow Eden
(Look Left / V2 / Zomba)
veröffentlicht

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