Roman Fischer + Paul Walsh am 18.04.2007 im Magnet

Roman Fischer

Man sollte es erweitern: Der Publizist und PC-Pessimist Joachim Graf drückte „Murphys Gesetz“ etwa so aus: „Was schief gehen kann, geht schief.“ Fehlt nur der Nachsatz: „Besonders, wenn es nicht schief gehen sollte.“

Zunächst: Das Auftaktkonzert zu ROMAN FISCHERS „Personare – Tour“ war gut, aber die Künstler hatten Hürden des Schicksals zu nehmen; besonders der Support-Act.

PAUL WALSH sitzt sichtlich aufgeregt ganz allein auf einem Stuhl und greift zur Akustik-Gitarre. Es ist sein erster Gig ohne die irische Indierock-Band ROYSEVEN und der erste in Berlin. Seine schöne Stimme überwindet lautstark den großen Abstand zwischen Bühne und Publikum. Dass sich die nur rund 50 Zuschauer nicht näher heran zu wagen scheinen, kann nicht an der Musik liegen. Trotzdem trägt es zur Nervosität des Sängers bei.

Beim dritten Song reißt eine Seite der Gitarre. Da taucht ROMAN FISCHER frühzeitig auf, um seinen Freund beizustehen. Er reicht ihm eine E-Gitarre, auf der PAUL WALSH natürlich noch nie gespielt hat. Dennoch gelingen ihm die ROYSEVEN-Songs im Akustikgewand. Schließlich erhält er Unterstützung von einer Cello-Spielerin und am Piano.

Bald darauf baut ROMAN FISCHER eigenhändig seine Bühne mit auf und startet mit dem Opener seines aktuellen Albums Personare (2006), ‚I Don’t Know Who You Are‘. Seine Songs sitzen perfekt (auch wenn ihm ebenfalls eine Seite reißt). Kein Wunder, hat er doch alle selbst komponiert und aufgenommen. Ständig zwischen Gitarre und Piano wechselnd spielt er alle Songs des neuen und drei Songs des alten Albums Bigger Than Now. Drummer und Bassist machen ihre Sache ebenfalls gut.

Das Publikum hält sich bedeckt und ist wohl eher zum Genießen erschienen, trotzdem beispielsweise das gitarrenlastige ‚When He Takes You Down‘ zum Tanzen einladen.

Für das Duett im einsam-nachdenklichen ‚Persona‘ wird noch einmal PAUL WALSH dazu gerufen. Es ist nur natürlich, die beiden jungen Musiker, die zusammen an den Songs auf Personare gearbeitet haben, dieses Stück zusammen singen zu sehen. „I’ve found a place, some inner light and somewhere to belong“ klingt wie eine Retrospektive auf das Künstlerdasein.

Am Ende ist das stille Publikum dann doch noch aufgewacht. Nachdem ROMAN FISCHER und Kollegen also die kleinen Schwierigkeiten des ersten Konzertes hinter sich gebracht haben, kann es voller Zuversicht auf Tour gehen. Wer wirklich mehr als das erste Album kennt, wird das von vornherein wissen.

www.romanfischer-music.de
www.myspace.com/romanfischer

Foto: © ROMAN FISCHER

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail