SNOW PATROL am 14.10.2006 im Huxley’s


Zwischen druckvollen Hymnen mit Tiefgang und zahmem Pathos-Pop.



SNOW PATROL sind inzwischen Superstars und spielen – was den Erfolg angeht – insbesondere in ihrer britischen Heimat fast in einer Liga mit Coldplay oder U2. Doch auch bei ihrem Berlin-Konzert am vergangenen Sonnabend im mit ca. 4000 Besuchern nahezu ausverkauften Huxley’s zeigte sich, dass die ehemals im erfolglosen Lofi-Indiepop beheimatete Band um Gitarrist und Sänger GARY LIGHTBODY auch hierzulande inzwischen zu einer veritablen Größe avanciert ist.
Kein Vergleich mehr zu ihrem stürmischen Auftritt vor zweieinhalb Jahren im Knaack Club vor gut 300 Besuchern, als der Erfolgsstern der Band mit dem Album Final Straw und ihrem Hit für die Ewigkeit, ‚Run‘, langsam aber sicher aufzugehen begann. Damals konnte man getrost von einem mitreißenden und intensiven (Indie-) Rockkonzert in intimer Atmosphäre sprechen, bei dem einem auch mal diverse Gitarrenbretter und gar Songs der ersten Alben serviert wurden ().

Natürgemäß präsentierte sich die Band im Zuge des ganzen Erfolgs ungemein professionell mit geschmackvoller Lightshow-Beigabe, legte mit dem schwungvollen ‚Spitting Games‘ von Final Straw (dem einzig möglichen Opener an diesem Abend neben ‚You’re All I Have‘) besonders stimmungsanheizend los und traf von Beginn an auf ein dankbares, weil enthusiastisches und textsicheres Publikum, das der Band infolge des überraschenden Erfolgs und der vielleicht auch relativ langen Berlin-Absenz definitiv nur Gutes wollte.
Mit ein, zwei Ausnahmen folgte das Beste der beiden letzten Alben, und mangelte es in dieser Hinsicht vielleicht schon an einigen Überraschungsmomenten, so fehlte auch der Live-Umsetzung der Songs gelegentlich dieses gewisse Etwas, das über das von der Studioproduktion Bekannte hinausging. Und auch wenn sich LIGHTBODY und Gitarrist NATHAN CONNOLLY redlich mühten, verloren sich die Gitarren doch manchmal in einem etwas zu dick aufgetragenen, Keyboard-durchsetzten und zahmen Soundwulst, dem an einigen Stellen eine durchdringendere Vehemenz sicherlich gut getan hätte.

Der Band konnte man aber ein durchaus sympathisches und Leidenschaft versprühendes Auftreten nicht absprechen, und natürlich gab es mit dem erwähnten Opener ‚Spitting Games‘, den zunächst verhaltenen und sich dann letzlich doch ziemlich lautstark nach oben schraubenden ‚Open Your Eyes‘, ‚Make This Go On Forever‘ oder ‚Somewhere A Clock Is Ticking‘, den live erst recht Gänsehaut erzeugenden ‚Chasing Cars‘ und ‚Run‘ sowie dem mit angemessenem Druck dargebotenen Smash ‚You’re All I Have‘ zum Abschluss des regulären Sets auch zahlreiche Highlights, die die ohnehin gute Stimmung immer noch ein wenig mehr zu steigern vermochten.
Als GARY LIGHTBODY nach gut 90 Minuten am Ende der zweiten Zugabe sich dem neuen Superstar-Status entsprechend seines Hemds entledigte und dieses ins Publikum beförderte, fand der Gig für den überwiegenden Teil der weiblichen Fans sichtlich einen mehr als gelungenen Ausklang.

Nächster Live-Termin in Berlin: 09.02.07/ Columbiahalle

www.snowpatrol.com
www.trinityconcerts.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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