Strom – Zwischen Den Stühlen

Strom - Zwischen Den Stühlen

Wer sich „zwischen den Stühlen“ fühlt, der hat’s schwer, eine Frohnatur zu bleiben. Dennoch kann man sich bemühen, z.B. mit dem zweiten Album der Berliner Pop-Punker STROM. Mit deutschsprachigen 80er-Jahre-Punksound versuchen sie dem Alltagsmief zu entkommen.

Die Jungs kommen ursprünglich aus Hagen. HIGHKO STROM (Gesang, Gitarre) und ROLF BRENDEL (Drums) haben schon für NENAs Band gespielt. Zusammen mit KIKI KABEL (Bass) zogen die Herren nach Berlin von wegen der Karriere. Hier brachten sie 2002 ihren ersten Gig auf die Bühne und veröffentlichten 2004 ihr Album 1. Mahnung. Und sie tauchten spürbar in die Lokalszene ein.

Als Nachmittagspunk mit Ghettoromantik beobachtet HIGHKO in ‚Liebeskummer am 1.Mai‘ das fröhliche Treiben auf Kreuzbergs Straßen vom Weitem. Sein „Baby“ macht ihm zu schaffen. Aber nicht nur Liebe stresst auf diesem Album: Finanzamt, Macker, Vermieter – alle sind gegen ihn. Bei Zeilen wie „Leckt mich alle mal am Arsch!“, grölt der Berliner: „Jenau!“ Es ist leichte Kost mit Pop-Appeal, nicht humorlos, aber mit realistischem Blick. Auch bei ‚Leck Mich‘ ist Pogen angesagt.

Die Gitarren rocken laut, klingen ein bisschen nach WIZO, NORMAHL oder wie MONTREAL im Suff. Der Satz „Aliens entführten unsern Paul“ weckt Erinnerungen. Hatten DIE ÄRZTE nicht mal Songs, die ‚Paul‘ und ‚Außerirdische‘ hießen? Vielleicht nur eine kleine Verbeugung vor dem großen Trio, denn so fröhlich, ja albern wie DIE ÄRZTE sind STROM beileibe nicht.

Prinzipiell also keine schlechte Platte, angenehmer nostalgischer Punk zum Mitmachen. Zudem schaffen die Drei einen großen Schritt voran vom 1. Album.

STROM live in Berlin am 26.02.10 im Cortina Bob

STROM
Zwischen Den Stühlen
(R.E.F.F. Records)
VÖ: 04.02.2010

www.strom-dieband.com
www.myspace.com/stromdieband

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