Sum 41 + Itchy Poopzkid am 11.07.2007 im Kesselhaus

sum 41 - underclass hero

Es kommt nicht oft vor, dass die Pop-Punks von SUM 41 Deutschland einen Besuch abstatten. Nach drei Jahren sind sie jetzt mit dem neuen Album Underclass Hero wieder unterwegs und werden von ihren Fans sehnsüchtig erwartet.

Entsprechend gut besucht ist der bunkerartige Saal des Kesselhauses am Abend des 11. Juli. Ränge und Tanzfläche sind bereits besetzt mit Jugendlichen verschiedener subkultureller Prägung. Punks, Alternative Rocker und sogar Menschen, die man äußerlich dem Hip Hop zuordnen würde, haben sich versammelt und heißen die 3 Punks der Vorband ITCHY POOPZKID aufs Freundlichste willkommen.

Die Herren aus Eislingen an der Fils geben sich selbst erstaunt ob der tanzwütigen Menge und spielen einen antreibenden, poppigen Punkrock, der sich sehen lassen kann. Ihr Punkparty-Prinzip, das dem von SUM 41 nicht unähnlich ist, passt sich wunderbar in die Stimmung ein:
„Shake, shake, shake, shake, shake those hips!“ (‚Silence Is Killing Me‘)
Strenge Zeitvorgaben lassen ITCHY POOPZKID bald die Bühne räumen. Doch erst nach über einer halben Stunde begeben sich auch SUM 41 auf die selbige. Überraschenderweise geben diese, außer Frontmann DERYCK WHIBLEY, sich relativ ruhig im Gegensatz zu der wilden Vorband. Sie machen ihren Job und lassen ihren Sänger, der es schafft, mit Ende 20 noch immer wie Ende 10 auszusehen, gewähren.

Dieser schwört das Publikum ausgiebig mit Schlachtrufen („Fuck you!“, „I hate you, dad!“) auf die „fucking Rockshow“ ein, übt das Posen und erklärt den amerikanischen Präsident für tot. Dann spielt die Band Hit an Hit und erfüllt genau das, was das Publikum von ihr erwartet. Die Fans auf der Tanzfläche crowden zum Teil brutal, während ständig von außen einige hereinbrechen und andere ermüdet heraushuschen.
Die Band beschränkt sich auf nur ein paar neue Songs, wie das bereits zitierte politische ‚March Of The Dogs‘. Dabei fällt auf, dass die Jungs sich weder in die aktuelle Emo-Welle einordnen, noch im totalen Pop versinken, wie WHIBLEYS frisch gebackene Ehefrau AVRIL LAVIGNE. Sie bleiben dem Sound von Chuck treu und produzieren tanzbare Songs mit emotionalen Refrains.

Viel wichtiger im Konzert sind ohnehin die beliebten älteren Songs wie das aggressive ‚Over My Head (Better Off Dead)‘ oder das fröhliche ‚Makes No Difference‘. Zudem bleibt Zeit für ein gelungenes Cover (‚Attitude‘) der New Yorker Punk-Legende MISFITS.
SUM 41 spielen ein gutes Konzert für die Fans und zeigen, dass sie wohl nicht ernster geworden sind, aber ihren Ruf als jugendliches Punkgewitter verteidigen können. Wer weiß, was die Zukunft bringt? Etwa erwachsene Punk-Stars?

www.sum41.com

Foto: © SUM 41

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