THE CURE – 4:13 Dream


„I can’t do this anymore…“



Bis heute haben die Wave-Dinosaurier um Robert Smith ungeachtet aller zwischenzeitlichen Chartserfolge und Mainstream-Flirts ihre seit Ende der 70er souverän in Ehren gehaltene Integrität bewahrt, auch wenn das 2004er Album The Cure mit seinem seltsam unausgegoren ausformulierten und auf gewisse Weise anbiedernden Rock-Gebaren der Band weniger gut zu Gesichte stand und meilenweit von der emotionalen Tiefe und songwriterischen Klasse des letzten großen CURE-Meilensteins Bloodflowers (2000) entfernt war.

Dem nunmehr mit Verzögerung endlich Ende Oktober erschienenen dreizehnten Studioalbum gingen bereits seit Mai monatlich veröffentlichte Vorabsingles voraus, die überwiegend als Indiz für eine glücklicherweise zurückgewonnene, durchaus poppige Leichtigkeit (im bekannt Cure’schen Sinne) zu werten waren. Dennoch ist hier natürlich keineswegs alles Pop, was glänzt, haben auch all die anderen so typischen stilistischen Trademarks nach wie vor ihre Berechtigung und schlagen sich neben wunderbar eingängigen Pop-Tunes (‚The Only One‘, ‚The Reasons Why‘, ‚The Perfect Boy‘) auch häufig genug noch in sich genüsslich Raum nehmenden und nachhaltig berührenden Melancholie-Oden (‚Underneath The Stars‘, ‚Sirensong‘), psychedelisch ausuferndem Rock-Gewitter (‚Switch‘, ‚The Scream‘, ‚Sleep When I’m Dead‘) oder groovy Dancetracks (‚Freakshow‘, ‚The Real Snow White‘) nieder.

4:13 Dream fehlt infolgedessen sicherlich die stringente Homogenität sowie der tiefschürfende Subtext ihrer unantastbaren Klassikeralben Pornography und Disintegration und ist insgesamt auch eher mittelprächtiger Widerhall vergangener Meisterstücke denn neuerliche Großtat, was es im Kontext vergangener Veröffentlichungen somit lediglich im Licht eines keineswegs enttäuschenden, aber eben doch eher durchschnittlichen CURE-Albums erscheinen lässt.
„I can’t do this anymore“, lautet die letzte Zeile im grandios lärmenden und verzweifelt anmutenden abschließenden ‚It’s Over‘, was auch – vielleicht etwas voreilig – als desillusionierte Ankündigung des Rückzugs am Ende einer Ära interpretiert werden könnte.

THE CURE
4:13 Dream
(Geffen/ Universal)
VÖ: 24.10.2008

www.thecure.com

Autor: [EMAIL=thomas.stern@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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