THE KILLS – No Wow

[B]Wow… cool abgehangener, minimalistischer Garagenrock mit Suchtfaktor.[/B]



Der leidige WHITE STRIPES-Vergleich wird JAMIE HINCE und ALISON MOSSHART wohl bis ans Ende ihrer Tage anhaften, denn natürlich macht auch hier ein ausgesprochen cooles Pärchen reduzierten Garagenrock mit offensichtlichen Blues-Wurzeln. Doch wo bei den STRIPES die schüchterne MEG lässig an den Drums das Fundament bereitet, setzen die mittlerweile beide in London ansässigen KILLS auf ihrem zweiten Album ausschließlich auf einen karg pluckernden Beat als zu einem gewissen Grad soundprägende Komponente, und wer schon mal einer ihrer leidenschaftlich-wilden Live-Performances beiwohnen durfte, weiß um den von der Drum-Machine heftigst nach vorne getriebenen mächtigen Sound mit krachender Gitarre und von JAMIE unterstützten, coolen female Vocals zwischen PATTI SMITH und PJ HARVEY.

Auf dem neuen, in Benton Harbour (Michigan) und New York aufgenommenen Album [I]No Wow [/I] dominiert stärker noch als auf dem Debüt eine perfekt aufs Wesentliche reduzierte, ökonomisch gespielte Gitarre mit einem sympathisch warmen Retro-Sound auf knurbelig-trockenem Beat, die meist eher nur kurz andeutet, denn im eigentlichen Sinne rockt und nur kurzeitig auch mal kräftig nach vorne prescht, dann aber für überraschende und entscheidende Aha-Momente sorgt.

Man könnte vermuten, dass diese etwas monoton anmutende Konzeption aus generell vorherrschenden relativ kargen Sounds und cooler Rock’n’Roll-Attitüde nicht unbedingt über die Länge eines ganzen Albums trägt, doch weit gefehlt, die charmante Kunst der KILLS besteht trotz des offensichtlichen Hangs zu einer ganz speziellen, immer wiederkehrenden Struktur und somit einer gewissen Vorhersehbarkeit darin, trotzdem durchgängig spannend und im Kontext der selbstauferlegten Beschränkung ideenreich zu bleiben.

Mit dem Titelsong ‚No Wow‘, der ersten Single ‚The Good Ones‘ oder ‚Sweet Cloud‘ befinden sich auf dem Album aber auch einige herausragende Song-Highlights, die sich mit eingängigen Hooklines im Gehörgang festsetzen und mit sparsam eingesetzten, aber umso heftigeren Gitarreneinschüben lange nachwirken.
Auch einige schöne Ausnahmen von der Regel lassen sich mit dem countryesken, mit lässigen Songwriter-Qualitäten überraschenden ‚Rodeo Town‘ oder dem balladesken, mit verstreuten Piano-Sprengseln aufwartenden ‚Ticket Man‘ am Ende dann auch noch ausmachen.

Insgesamt eine coole Rockplatte, die trotz eines reduziert-kargen Gewands mit monoton anmutenden Versatzstücken aus Blues-, Punk- und Garagenrock absolut süchtig macht. Auch eine Kunst.

THE KILLS
[I]No Wow[/I]
(Domino/ Rough Trade)
VÖ: 21.02.05

www.thekills.tv

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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